19.12.2013 10:55
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Ernährung
Künftige Eiweissversorgung ist globale Herausforderung
Die wachsende Weltbevölkerung und sich verändernde Ernährungsgewohnheiten werfen enorme Fragen zur zukünftigen globalen Versorgung mit tierischem und pflanzlichem Protein auf. Ziel muss die möglichst nachhaltige und ausreichende Produktion sowie die Nutzung alternativer Quellen sein.

Zu diesem Fazit kamen die Teilnehmer eines interdisziplinären Symposiums, zu dem der Leibniz-Forschungsverbund „Nachhaltige Lebensmittelproduktion und gesunde Ernährung“ vergangene Woche nach Berlin eingeladen hatte.

„Wir sehen uns einem Zielkonflikt gegenüber. Einerseits gilt es, die Produktivität der tierischen Erzeugung zu erhöhen, andererseits Ziele wie Ressourcenschonung, Klimaschutz, Tierschutz und artgerechte Haltung zu beachten“, erläuterte der Sprecher des Forschungsverbundes, Prof. Reiner Brunsch. Angesichts eines deutlich höheren Landverbrauchs für die Produktion tierischen Proteins und der beachtlichen Mengen von Treibhausgasen, die entlang der Wertschöpfungskette Fleisch entstünden, stelle sich die Frage, wie man den weltweiten Proteinbedarf künftig decken könne.

„Alternative Proteinquellen wie Leguminosen oder essbare Insekten bieten da interessante, noch weitgehend unerforschte Möglichkeiten“, so Brunsch. Eine zweite Herausforderung besteht nach Einschätzung von Hans-Georg Joost vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) darin, eine gesunde Ernährung zu gewährleisten: Je nachdem, welche proteinhaltigen Lebensmittel der Speiseplan enthalte, könne eine proteinangereicherte Diät positive diätetische Effekte haben, aber auch unerwünschte Wirkungen zeigen, erklärte Joost.

Proteine könnten Unverträglichkeiten und Allergien und Krankheiten auslösen. „In vielen Fällen kennen wir zwar den Zusammenhang, wissen aber noch zu wenig über die Wirkmechanismen,“ beschrieb der Ernährungswissenschaftler den aktuellen Forschungsbedarf. Insgesamt konstatierten die Forscher, dass verlässliche Interventionsstudien fehlten. Auch zur gesundheitlichen Wirkung alternativer Proteinquellen wie Leguminosen oder essbaren Insekten bestehe noch grosser Forschungsbedarf.

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