10.07.2013 11:03
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Mais
Maispflanzen müssen zwischen zwei Übeln wählen
Maispflanzen stecken im Dilemma: Ihre Abwehr gegen Raupen und Blattläuse hängt von einem einzigen Enzym ab, wie ein internationales Forscherteam mit Neuenburger Beteiligung herausgefunden hat. Sie können somit immer nur gegen einen von beiden Schädlingstypen resistent sein.

Dem Team um Lisa Meihls vom Boyce Thompson Institute for Plant  Research in Ithaca (US-Bundesstaat New York) ist es gelungen, das  Gen für dieses einzelne Enzym zu isolieren. Das Enzym wandelt eine  Art von Abwehrstoff, den Benzoxazinoiden (BX), von einer Form in  eine andere um, berichten die Forschenden im Fachblatt «Plant  Cell».

Die eine Form sei nicht nur giftig, sondern diene auch als  Signalstoff, um Callose in den Blättern abzulagern, teilte die Uni  Neuenburg am Mittwoch mit. Dieses pflanzliche «Abdichtmaterial»  schützt vor Blattläusen. Die andere Form hingegen ist giftig für  Nachtfalter-Raupen, kann jedoch nicht als Signal wirken.

An Ursprungsort angepasst

Je nachdem, woher die Pflanzenlinie kommt, produziert sie  entweder die eine oder die andere Form: In den Tropen sind Raupen  das grössere Problem, in Nordamerika und Europa die Blattläuse. Die  Pflanzen wurden offenbar gezielt so gezüchtet, dass sie eine an  ihren Ursprungsort angepasste Abwehr haben, schlossen die  Forschenden.

Wie Pflanzen das Dilemma lösen, hatten die Mitautoren Gaétan  Glauser von der Uni Neuenburg und Ex-Kollege Matthias Erb, der  heute am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie forscht, in  einer früheren Studie zeigen können: Gewisse Maislinien produzieren  die eine BX-Form, wenn sie von Raupen angegriffen werden - und  behalten die andere Form in Reserve. Die Abwehr gegen Blattläuse  wurde nur dann aktiviert, wenn keine Raupen da waren.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat die Studie durch ein  Stipendium an Erb gefördert.

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