16.10.2013 06:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Mais
Nässe und Kälte erschweren Maisernte
Am Wochenende fiel in mittleren und höheren Lagen Schnee. Darunter regnete es ergiebig. Das erschwert die Maisernte und könnte für Qualitätsprobleme sorgen. Auch volumenmässig dürfte die Ernte schlechter ausfallen.

Der Mais von Bernhard Mühlethaler aus Unterlangenegg BE wurde am Samstagmorgen wegen der Schneemassen zusammengedrückt. Dabei habe das Jahr wegen des nasskalten Frühlings schon schlecht begonnen, betont er: «Wir konnten den Mais erst spät säen.» Wie sich das auf die Qualität der Maissilage auswirken werde, das könne er noch nicht genau sagen. Jetzt müsse er warten, bis es wieder trocken sei und er den Mais häckseln könne. «Erst dann sieht man, wie die Qualität des Futters ist», erklärt er.

Silierzusatz beigeben

Ernst Flückiger, Standortleiter Bäregg des Inforamas Bern, weist darauf hin, dass der Schneefall am Wochenende vor allem höher gelegene Lagen betroffen habe. Er rät, den am Boden liegenden Mais möglichst schnell abzuräumen und einen Silierzusatz beizugeben. «Weil es mehr Dreck in der Silage hat, ist die Gefahr einer Fehlgärung viel grösser», begründet er.

Auch wenn es im Kanton Baselland am Wochenende zwar nicht geschneit, sondern nur geregnet hat, weiss Leandra Guindy vom Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain BL auch hier von Problemen zu berichten: «Die Nässe erschwert die Ernte.»  Der Wetterstress habe zudem in einigen Beständen zu Maisbeulenbrand geführt.

Schon spät gesät

Wegen der zum Teil sehr späten Saat durch das schon im Frühling schlechte Wetter werde jetzt auch später geerntet, wobei die Silomaisernte sehr unterschiedlich weit fortgeschritten sei. Die Maisernte sei zudem volumenmässig eher schlechter als in früheren Jahren. «Immerhin ist der Kolbenanteil zufriedenstellend», fügt sie an.

Tiefere Erträge

Vor Panikmache warnt Martin Schurter von der Läderach Agro AG in Henggart ZH:  «Wie gross die Silomaisernte sein wird, kann man erst sagen, wenn die Maisfelder abgeerntet sind.» Er räumt allerdings ein, dass infolge des nasskalten Frühlings und des trockenen Sommers auf jeden Fall mit tendenziell tieferen Erträgen gerechnet werden muss.

Auf der anderen Seite zeige aber die Erfahrung, dass in solchen Situationen mehr gehäckselt und dafür weniger gedroschen werde, was das Futtervolumen erhöhe. «Und damit kann man die Situation entschärfen», fügt er an.

Raufutter

Das Raufutter ist dieses Jahr qualitativ eher unterdurchschnittlich. «Der Gehalt der Grassilage und des Heus ist schlechter als auch schon», sagt Ernst Flückiger vom Inforama. Im Baselbiet seien die Gehalte des ersten Schnitts im tieferen Bereich gewesen, sagt Leandra Guindy vom Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain.

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