2.06.2018 16:50
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Futterbau
Nur gut angewelktes Gras auf die untere Lage packen
Das Übereinandersilieren von Grasaufwüchsen wird in der Praxis häufig betrieben. Ist der Silierprozess der unteren Schicht noch nicht abgeschlossen, sollte man das Silo nur kurz öffnen – und allenfalls Säure einsetzen.

Kunstwiesen sind oft früher im optimalen Stadium zum Silieren  als der Aufwuchs vom Dauergrünland.  In diesen Fällen empfiehlt es sich laut Christine Kalzendorf und  Matthias Benke von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (D), die unterschiedlichen Aufwüchse zeitlich unabhängig voneinander– zum jeweils optimalen Reifestadium – einzusilieren.

Richtig «durchsiliert»

Idealerweise werden die Aufwüchse getrennt voneinander  in zwei  Silos  eingelagert. Doch das ist nicht immer möglich, sodass manchmal auch der nachfolgende Schnitt «obendrauf»-gepackt werden muss. In der Regel sei  das möglich, wenn der untere Schnitt bereits länger im Silo liege, quasi schon richtig «durchsiliert» sei, schreiben Christine Kalzendorf und Matthias Benke.

Manchmal fällt der zeitliche Abstand zwischen dem optimalen Schnitttermin des Ackergrases und des Grünlandaufwuchses aber besonders kurz aus. Sollen dann dennoch beide Aufwüchse übereinander siliert werden?

Prinzipiell ist die Hauptgärphase von Gras bei Trockensubstanzgehalten bis zu 40 Prozent erst nach etwa 28 Tagen abgeschlossen und damit der kritische Bereich überwunden. Ist das Siliergut trockener, verzögert sich der Gärprozess, und der zur Konservierung notwendige pH-Wert ist noch nicht erreicht. 

Silierprozess geht weiter

Dennoch kann  laut Christine Kalzendorf und  Matthias Benke  ein Übereinandersilieren von zwei Schnitten  erfolgen. Mit dem neuen Material gelange genügend frisches Siliergut in das Silo, betonen sie. Sobald die  Gärung des frisch  draufgepackten Grases in Gang kommt, werden erneut sauerstofffreie Bedingungen geschaffen, und es kommt somit zur Fortsetzung des Silierprozesses im gesamten Futterstapel.

Wird die Verfahrensweise des Übereinandersilierens gewählt, ist Folgendes zu beachten:

  • Das Siliergut sollte mit Trockensubstanzgehalten zwischen 28 und 40 Prozent gut angewelkt sein und nicht zur Sickersaftbildung neigen. Der Sickersaft könnte zu Fehlgärungen des jung silierten (Kunstwiesen-)Grases führen.
  • Wenn das mit der Kunstwiese gefüllte Silo noch eine Gärgashaube hat, sollte die Folie vorsichtig vom Stapel entfernt werden. Es entweichen beim Öffnen zu einem Teil auch gesundheitsgefährdende Gase, die nicht zu intensiv eingeatmet werden sollten. Deshalb tut man gut daran, die Arbeit nicht allein zu machen und darauf zu achten, dass nicht unmittelbar auf der zu öffnenden Seite Personen vor dem Silo stehen.
  • Der Zeitraum zwischen dem Öffnen des Silos und dem luftdichten Abschluss nach dem  Befüllen ist möglichst kurz  zu halten.
  • Eine Oberflächenbehandlung der jungen, noch nicht vergorenen  Silage mit Propionsäure kann dann vor der erneuten Befüllung sinnvoll sein, wenn die letzten Schichten sehr trocken ins Silo eingefüllt wurden. sum

 

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