5.10.2020 09:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Neophyten
Ohne Handschuhe ja nicht berühren
Riesenbärenklau darf nicht versamen. Samenstände müssen jetzt gekappt werden. Der Saft des Riesen ist gefährlich.

Derzeit blüht der Riesenbärenklau oder steht schon in der Samenreife. Diese muss unbedingt vermieden werden, damit sich der invasive Neophyt nicht weiterausbreiten kann. Der Riesenbärenklau steht auf der Schwarzen Liste (siehe Kasten), Neuanpflanzung und Verschleppung sind verboten. Dies, obschon der Doldenblütler früher als gute Trachtpflanze für die Bienen kultiviert wurde. Heute ist das gemäss Freisetzungsverordnung  verboten.

Am besten ausgraben

Bei der Bekämpfung müssen unbedingt lange Kleider, Handschuhe und Schutzbrille getragen werden, denn der Saft kann in Verbindung mit Sonnenlicht  juckenden Ausschlag oder schwere Hautverbrennungen auslösen. Vor der Versamung wird bei Einzelpflanzen im Idealfall der Wurzelstock 20cm unter der Erdoberfläche abgestochen. Wird die Pflanze an der Bodenoberfläche abgeschnitten, so kann sie wieder austreiben.

Um die Versamung bei flächigen Beständen zu verhindern, kann man die  Blütenstände vor der Samenreife abschneiden. Im September müssen diese immer entfernt und im Kehricht entsorgt werden. Der Einsatz von Herbiziden darf nur in Absprache mit einer kantonalen Fachstelle erfolgen. Dieser sollte auch das Vorkommen der Problempflanze gemeldet werden.

Zehntausende Samen

Der Riesenbärenklau, umgangssprachlich auch Riesenkerbel genannt, stammt aus dem Kaukasus. Er ist zweijährig, blüht im zweiten Jahr und kann dann über vier Meter gross werden und Blüten von einem halben Meter Durchmesser bilden. Der einheimische Wiesenbärenklau wird im Gegensatz dazu höchstens 1,5 Meter hoch. 

In der Natur kann der Riesenbärenklau dichte Bestände bilden und die einheimische Vegetation verdrängen. Durch die grossen Blüten bilden sich mehrere Zehntausend Samen, die viele Jahre überlebensfähig bleiben und sich weit verbreiten – über kurze Distanzen unter 100 Meter mit dem Wind, aber auch mit dem Wasser oder durch Tiere über grosse Distanzen. 

Der Neophyt ist stickstoffliebend, stellt sonst aber wenig Ansprüche an den Boden. Lediglich mit sehr sauren Böden kommt er nicht zurecht. Zur Bildung von Dolden und Samen kommt es nur an sonnigen Standorten. Pflanzen an Standorten mit wenig Sonnenbestrahlung können allerdings mehrere Jahre überleben, ohne zur Blüte zu gelangen.

Schwarze Liste

In der Schweiz gibt es rund 2600 einheimische Pflanzenarten und etwa 550 Neophyten. Von den letztgenannten gelten 24 Pflanzenarten als invasiv. In der «Schwarzen Liste» werden jene invasiven Neophyten – darunter der Riesenbärenklau – aufgeführt, die in den Bereichen Biodiversität, Gesundheit und Ökonomie Schäden verursachen. Ihre Ausbreitung soll verhindert werden. Auf der «Watch-Liste» werden weitere 20 Neophyten aufgeführt, die das Potenzial haben, Schäden zu verursachen. In Nachbarländern verursachen einige bereits Schäden. Ihre Bestände sollen überwacht und wenn nötig eingedämmt werden. sum

Weitere Infos: www.infoflora.ch


SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE