20.08.2016 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Mais
Robustheit gewinnt an Bedeutung
Rund 40 Mais-Demoparzellen hat die Saatgutfirma KWS in der Schweiz angelegt. Auf ihnen können verschiedene Sorten und Reifegruppen verglichen werden. Und auf ihnen müssen sich Neuzüchtungen bewähren.

Dieses Jahr hatte der Mais keinen guten Start. Entsprechend präsentiert er sich vielerorts eher mager, gelb und klein. Nicht so in Unterramsern SO. «Es ist erstaunlich, wie gut die Parzelle ausschaut», findet Beat Wyss. Der Lohnunternehmer, der selber in Oberramsern wohnt, arbeitet für KWS Suisse als Berater.

Er hat die Demoparzelle angelegt. Es ist nicht die einzige Demoparzelle der Saatgutfirma, die für ihre Maissorten wie KWS Gottardo oder Fabregas bekannt ist. «Rund 40 Demofelder haben wir in der ganzen Schweiz angelegt», erklärt Tobias Streckeisen, auch er bei KWS als Berater tätig.

Späte und frühe Sorten

Die Demoparzellen werden jedes Jahr an Infoanlässen den Bauern gezeigt. Doch haben sie auch für die KWS-Profis einen wichtigen Nutzen, wie Wyss betont: «Wir wollen die Sorten dort zeigen, wo sie auch angebaut werden – nur so können wir unseren Kunden die effektiven Vor- und Nachteile aufzeigen.» So würden zwischen dem Limpachtal, in dem die Demoparzelle liegt, und dem Bucheggberg 100 m Höhendifferenz liegen.

«Ein Mais, der hier überzeugt, muss dort nicht zwingend die passende Wahl darstellen.» Zudem, so Wyss, könne man in einem Demofeld frühe und späte Sorten vergleichend anbauen: «Späte Sorten bringen zwar theoretisch mehr Ertrag – dafür werden sie in unseren Lagen oft nicht reif. Das können wir hier 1:1 zeigen.»

Nächstes Jahr auf Liste

Auf der Demoparzelle in Unterramsern wachsen zudem einige Sorten mit kryptischen Bezeichnungen wie KXB 4302. Streckeisen lüftet das Geheimnis: «Die Sorte ist derzeit im zweiten Prüfjahr. 2017 kommt sie unter dem Namen Karibous auf die offizielle Sortenliste. Saatgut wird auch in Bioqualität verfügbar sein.»

Cultivent

KWS führt auch dieses Jahr an acht Standorten in der Schweiz ab Anfang September ein Trockensubstanz-Monitoring durch. Die Daten von verschiedenen Maissorten werden laufend auf www.cultivent.ch veröffentlichen und geben wichtige Anhaltspunkte, wann der Mais reif genug zum Silieren ist. sum

Streckeisen und Wyss setzen grosse Hoffnungen in den Neuling. Er habe 2015 – in einem schwierigen Maisjahr – bezüglich Trockensubstanzertrag, Stärkegehalt und Verdaulichkeit überzeugt, bilanziert Streckeisen. Mit Benedicto hat KWS noch eine weitere Neuzüchtung in der Pipeline, sie ist allerdings erst im ersten Prüfjahr.

Robustheit im Fokus

Dass KWS jedes Jahr neue Sorten lanciert, ist keine Werbemassnahme. Es ist vielmehr Notwendigkeit, denn der Klimawandel und mit ihm zunehmende Hitzeperioden und Wetterextreme machen auch vor dem Maisanbau nicht halt. «Bei der Sortenzüchtung rücken deshalb nicht nur der Ertrag und die Qualität, sondern auch die Robustheit zunehmend in den Fokus», sagt Wyss, «das Problem ist nur, dass sie sich züchterisch nicht so einfach bearbeiten lässt. Aber der Mais muss sich künftig selber ‹retten› können. Immer mehr Pflanzenschutzmittel einzusetzen, ist keine Option.»

Mobiles Feldlabor von KWS

An sieben Demoanlässen wird ein mobiles Feldlabor vor Ort sein. Wer Mais mitbringt, kann den Trockensubstanzgehalt und die Energiedichte mittels der Nahinfrarotspektroskopie gratis bestimmen lassen. sum

Die Daten: 7. September Münsterlingen TG, 8. September Murist FR, 9. September Augst BL, 19. und 20. September Region Bern, 21. September Lüchingen SG und Schweizersholz TG.

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