2.09.2020 13:15
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Gewässerschutz
Siloballenberge: 13 Kontrollpunkte
Mit 13 Punkten lässt sich überprüfen, ob ein Betrieb die wichtigsten Anforderungen an den Gewässerschutz erfüllt.

Niemand freut sich, wenn sich der Kontrolleur ankündigt. Doch wenn man vorbereitet und alles in Ordnung ist, hat man nichts zu befürchten. Die Homepage «Gute landwirtschaftliche Praxis» der Agridea zeigt in 13 Punkten auf, ob ein Betrieb die wichtigsten Anforderungen an den Gewässerschutz erfüllt und somit fit ist für die Kontrolle. Dabei gilt: Diese erfolgt im Rahmen der Grundkontrolle und wird visuell durchgeführt. Es gibt  also keine Dichtheitsprüfungen,  und es wird nicht nach Mängeln «gegraben». 

Sechs Punkte zu Bauten

Dank den Tipps auf «Gute landwirtschaftliche Praxis» können die wichtigsten Risiken und mögliche Fehler festgestellt werden. Sechs Kontrollpunkte betreffen den baulichen Gewässerschutz, fünf Pflanzenschutzmittel, Düngemittel und Treibstoffe und zwei die diffusen Einträge in Gewässer.

Beim baulichen Gewässerschutz geht es beispielsweise um die Laufhöfe: Ihr Belag darf keine sichtbaren Mängel wie Löcher oder Risse aufweisen. Weiter entwässert der Platz in ein Güllelager, verschmutztes Abwasser fliesst nicht ab und wird nicht in ein Gewässer eingeleitet. Der Abfluss von Niederschlagswasser wird verhindert, etwa durch Gefälle oder Randabschluss. Es darf sich kein Kot ansammeln und kein Morast bilden. 

Wüchsige Vegetation

Bei Hoch- und Flachsilos sowie bei der Lagerung von Siloballen und -würsten auf befestigten Plätzen gelten allfällige Sickersäfte als Hofdünger, welche entweder dem Güllebehälter oder einem zu diesem Zweck errichteten, säurebeständigen Sammelbehälter zuzuführen sind. Der Silosaft wird jeweils in die Gülle eingemischt und mit dieser zusammen verwertet. In jedem Fall muss der Belag von befestigten Lagerplätzen frei von Rissen und Löchern sowie die Baute im optisch einwandfreien Zustand (z.B. keine Armierungseisen sichtbar) sein. Siloballen und -würste können auch auf der düngbaren Nutzfläche oder auf Naturboden gelagert werden, solange kein Gärsaft austritt (= die umliegende Vegetation wächst normal).* 

Nicht nur beim Befüllen der Spritzen, sondern auch bei ihrer Aufbewahrung gelten Regeln: Spritz- und Sprühgeräte müssen während Niederschlägen unter einem Dach abgestellt werden. Damit wird verhindert, dass Reste von Pflanzenschutzmitteln, die auf den Geräten haften, abgewaschen werden und versickern. Eine Plane, die das ganze Gerät abdeckt, ist auch möglich. Die Installation der Plane muss rasch und einfach erfolgen können, sonst ist sie nicht glaubwürdig.  

Weide ohne Morast

Wenn es um den Gewässerschutz geht, wird der Kontrolleur auch einen Augenschein auf der Weide nehmen. Für seine Beurteilung zählt, dass stationäre Fress- und Tränkebereiche befestigt sind und mobile Elemente regelmässig umplatziert werden. Er will auch keine übermässige Anhäufung von  Exkrementen und keine grossen vegetationsfreien oder morastigen Flächen sehen.

* Dieser Teil wurde von Agridea präzisiert und neu gefasst.

Gute Praxis

Die Seite «Gute landwirtschaftliche Praxis» der Agridea gibt nicht nur Tipps zu Vorbereitung der Gewässerschutzkontrolle (Menupunkt «Kontrollen»), sondern auch zur Optimierung der Pflanzenschutzmittelbehandlungen oder zum Schutz der Gesundheit. -> www.bonnepratiqueagricole.ch

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