10.05.2020 07:15
Quelle: schweizerbauer.ch - hal
Futter
Top-Dürrfutter dank Sonnendach
Ueli Tanner aus Oberhelfenschwil SG hat bei seiner Scheune ein Warmdach nachgerüstet und produziert seither Top-Dürrfutter.

Wer Folgendes liest, staunt nicht schlecht: Landwirt Ueli Tanner machte eine Dürrfutteranalyse und stellte die Werte 6,0 NEL, 99 APDE und 102 APDN fest, dies nachdem der innovative Junglandwirt die Heutrocknung optimierte. Er verfolgte mit der Optimierung mehrere Ziele: Vereinfachte Arbeitsabläufe; mit gleichem Aufwand eine bessere Futterqualität; bessere Tiergesundheit und höhere Milchleistung.

Lüfter, Ofen, Sonnendach

Tanner nahm auf seinem Betrieb, bei dem ein 30-jähriger 10-PS-Heulüfter den 100-m3-Heustock belüftete, für  eine bessere Heuqualität mehrere Optionen unter die Lupe. Eine grössere Heustockfläche kam wegen der hohen Umbaukosten nicht in Frage. Neben einem neuen Heulüfter und einem Warmluftofen überzeugte ihn ein  Warmdach am meisten. Tanner beschreibt die Argumente: «Mit einem Warmdach lässt sich Sonnenergie nutzen. Zudem fallen neben den Investitionskosten kaum mehr Kosten an.» Das Warmdach ermögliche auf seinem Betrieb eine Lufterwärmung von rund 7 °C. Das ergaben die Vorabklärungen.

Das Projekt verlief wie folgt: Zuerst wurde der Heustock mit OSB-Platten eingekleidet und mit neuen Rosten belegt. Dazu kam ein neuer frequenzgesteuerten 20-PS-Heulüfter. Zudem rüstete Tanner das bestehende 400 m2 grosse Eternit-Ziegeldach mit einem Warm-, beziehungsweise Sonnendach nach.

Gut fürs Portemonnaie

Dank viel Eigenleistung von rund 600 Stunden, die er mit seinem Vater und seinem Bruder alleine für das Warmdach leistete, baute Tanner relativ kostengünstig. Das Warmdach kostete 15000 Franken, die Einwandung und die Roste 12000 Franken, für die Heubelüftung investierte er 16000 Franken und für den 185-kW-Warmluftofen, der mit Öl betrieben wird und den er zusammen mit seinem Bruder anschaffte, 4500 Franken. 

Die Auswirkungen der Massnahmen  und insbesondere des Warmdaches sind beeindruckend. «Beim Dürrfutter stelle ich einen geschmacklichen und farblichen Unterschied fest.» Die Dürrfutterqualität ist überdurchschnittlich. Zudem habe er die  Stromkosten und den Ölverbrauch reduzieren können. So sei der durchschnittliche Jahresverbrauch von 1500 l Öl auf rund 400 l gesunken.

Und das Wichtigste: «Meine Kühe geben mit diesem Heu einen Liter mehr Milch pro Tag.» Das zahlt sich neben den Ersparnissen von Öl, Strom und Arbeit aus. Tanner rechnet vor: «Pro Jahr spare ich 2900 Franken ein.» Diesem Betrag stehen Abschreibungen von 1600 Franken gegenüber.

Ueli Tanner bewirtschaftet mit seiner Frau Theres einen Milchwirtschafts- und Schweinezuchtbetrieb in Oberhelfenschwil SG in der Bergzone 1. Zum Betrieb gehören 10 ha LN, 16 Brown-Swiss-Kühe und 50 Muttersauen. Die Milch wird von der Käserei Güntensperger in Bütschwil SG auf dem Hof abgeholt. Die Kühe leisten im Schnitt pro Standardlaktation 9000 kg Milch. In den letzten zwei Jahren erreichte Tanner mit seiner Herde einen Durchschnitt von 73000 Zellzahlen, 4% Fett und 3,5% Eiweiss.  Die durchschnittliche Lebensleistung liegt bei  40735 kg Milch. hal

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