5.05.2015 10:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Silieren
Tote Tiere im Gras gefährden Kühe
Derzeit ist zwar kein Heu- und Silierwetter in Sicht, die Saison dürfte aber in Kürze beginnen. Das Mähen der Wiesen wird zur tödlichen Gefahr für Rehkitze. Aber nicht nur: Auch Nutztiere sind gefährdet.

Der Regen macht das Heuen und Silieren momentan unmöglich, obwohl das Gras in einigen Orten gemäht werden könnte. In der kommenden Woche dürfte sich womöglich ein Erntefenster öffnen. In den Schweizer Wiesen dürften sich aber wieder tausende von Rehkitze befinden. Für sie werden Mähmaschinen zur tödlichen Gefahr. Der Schweizer Tierschutz (STS) appelliert daher an die Bauern, die Wiesen vor dem Mähen abzusuchen.

Gemäss STS fallen jährlich bis zu 2000 Rehkitze Mähmaschinen zum Opfer. Die jungen Tiere ducken sich bei Gefahr tief ins Gras und verharren regungslos. Sie gefährden sich damit selbst. Sie geraten ins Mähwerk, werden zerstückelt oder bleiben schwer verletzt zurück. Auch junge Feldhasen, Jungvögel oder gar Katzen geraten in Mähwerke.

Tote Tiere in der Silage oder im Heu werden aber auch zur tödlichen Gefahr für Nutztiere. Geraten Kadaver unbemerkt ins Silo, vermehrt sich durch den Gärprozess im Fleisch das Bakterium Clostridium botulinum. Dieses Bakterium produziert das Nervengift Botulinumtoxin. Wird nun die Silage von den Kühen gefressen, erkranken sie an Botulismus. Sie zeigen Lähmungserscheinungen, Speichelfluss und ersticken schliesslich qualvoll an einer Atemlähmung.

„Es ist daher im Interesse des Tierwohls aber auch der Landwirtschaft unerlässlich, das Vermähen von Tieren möglichst zu vermeiden“, schreibt der STS am Dienstag in einem Communiqué. In Zusammenarbeit mit lokalen Jägern und durch den Einsatz von Infrarot-Suchgeräten haben Bauern die Möglichkeit, Rehkitze zu orten. Die Suchgeräte erkennen ein Tier aufgrund seiner Körperwärme, die sich am frühen Morgen noch deutlich vom kalten Boden abhebt, und schlagen Alarm. Vielversprechend sei auch die Suche nach Rehkitzen mittels ferngesteuerter Multikopter, hält der STS fest.

Die Kitze dürfen nicht von blosser Hand berührt werden, sondern sie sollten mit Zuhilfenahme eines Grasbüschels in eine Kiste gelegt und aus dem Gefahrenbereich verbracht werden. Die Fundstelle wird markiert und beim Mähen umfahren, so dass eine kleine Grasinsel zurückbleibt. Nach der Mahd wird das Kitz an der Fundstelle wieder in der Grasinsel abgelegt, wo es die Rehgeiss am Abend findet.

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