2.08.2018 14:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Trockenheit
Trockenheit: Nicht zu tief weiden
In einigen Kantonen müssen Kühe trotz Raus nicht mehr raus, und man lässt das Gras, das man emden wollte, besser stehen.

Was tun, wenn die Wiesen braun sind, kein Gras mehr wächst, die Kühe am liebsten im kühlen Stall bleiben würden, aber gemäss Raus jeden Tag auf die Weide sollten?

Im Ermessen des Kantons

«In der Direktzahlungsverordnung sind folgende Bestimmungen zum konkreten Fall Tierwohl verankert», weiss Florie Marion vom Bundesat für Landwirtschaft (BLW). «Wenn aus meteorologischen Vorkommnissen wie Starkniederschläge, Dürre, Frost oder Hagelschläge die Tiere nicht mehr mindestens 25 Prozent ihres Tagesbedarfs auf den Weiden fressen können, kann der Kanton auf die Verweigerung der Beiträge verzichten.» Konkret liegt es also im Ermessen des Kantons, ob  er bei den aktuellen Bedingungen eine Ausnahme zulässt. 

Weitere Ausnahmen von den Anforderungen wie «früheres Weiden der Biodiversitätsförderflächen» oder «frühere Rückkehr der Sömmerungstiere von den Alpen» können laut Florie Marion analog von den Kantonen gelöst werden. «Eine schweizweite Lösung gibt es nach der Direktzahlungsverordnung nicht, weil die Probleme meist regional oder kantonal auftreten.»

Bestände nicht übernutzen

Und wie steht es mit der Futterernte? Soll man das, was gewachsen ist, «in Sicherheit» bringen, oder das Gras stehen lassen, um den Boden vor noch mehr Austrocknung zu schützen? «Faktoren wie Boden, Exposition, Pflanzenbestand oder die bisherige Nutzung müssen berücksichtigt werden», rät Futterbauexperte Bruno Nabulon vom Arenenberg TG. «Wichtig ist vor allem, dass die Bestände nicht übernutzt und nicht zu tief geschnitten oder tief abgeweidet werden, um die Grasnarbe zu entlasten.»  

Es kann laut Nabulon sein, dass an einem Nordhang bis jetzt noch Futter gewachsen ist und dass dort gemäht werden kann, während am gegenüberliegendem Südhang schon lange nichts mehr wächst. «Dort lohnt sich ein Schnitt nicht, wenn es nur ein Bruchteil des üblichen Ertrages gibt. So lässt man in solchen Fällen den Bestand aus Sicht der Grasnarbe und aus wirtschaftlichen Gründen besser stehen.»

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