19.06.2019 14:52
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Futterbau
Umfrage: Mit Ertrag zufrieden?
Kräftige Bestände brachten viel Ertrag. Zwar gab es im April und Mai immer wieder kurze Erntegelegenheiten. Doch das Heuen, Emden und Silieren musste heuer gut geplant werden. Wie fiel die Ernte bei Ihnen aus? Sind Sie mit Ertrag und Qualität zufrieden? Abstimmen und mitdiskutieren

Mit Ausnahme des Ökoheus, das im Talgebiet seit vergangenem Samstag gemäht werden darf, ist der erste und oft auch der zweite Schnitt in den tieferen Lagen eingebracht – sei es in Form von Heu, Emd oder Grassilage. «Bei uns waren zwei frühe Schnitte möglich, und es hat viel Ertrag gegeben», bilanziert Herbert Schmid vom BBZN Hohenrain LU.

Einschränkungen beim Zuckergehalt


«In der Regel waren die Bestände kräftig, weil nach dem Hitzesommer 2018 noch viel Stickstoff vorhanden war und eine Kompensation stattgefunden hat.» Meist sei gute bis sehr gute Qualität eingebracht worden, so Schmid, «in einigen Wiesen gibt es aber massive Mäuseschäden».

Einschränkungen macht der Futterbauberater auch bezüglich des Zuckergehalts: «Teils wurde geschnitten, bevor das Futter ‹Sonne tanken› konnte, was den Zuckergehalt beeinträchtigt.» Positiv sei, dass das Futter des zweiten Aufwuchses lange jung blieb und erst relativ spät aufstängelte.

Spätes Rispenschieben

Auch im Kanton Zürich konnte früh gemäht werden – zumindest teilweise. «Während bereits Ende April  oder Anfang Mai die ersten Bestände siliert wurden, konnten viele Betriebe erst in der zweiten Hälfte Mai oder Anfang Juni mit der Dürrfutterernte beginnen oder nochmals silieren», hat Werner Hengartner vom Strickhof in Lindau ZH beobachtet. «Bedingt durch die kühle Witterung haben viele Wiesen erst nach Mitte Mai mit dem Rispenschieben der Leitgräser begonnen. Deshalb sind die Qualitäten der später genutzten Bestände zwar nicht mehr top, aber auch noch nicht Flop.»

Mengenmässig habe der erste Schnitt einen hohen Anteil am Gesamtertrag gegeben. Und, so Hengartner: «Durch die Niederschläge ist das Futter wieder schnell nachgeschossen. Ein nicht allzu tiefer Schnitt hat sich in dieser Situation bewährt.»

Frühzeitig gemäht

Dass die Trockenheit und die nachfolgende Kälteperiode im Mai die Alterung der Futtergräser tendenziell verlangsamt haben, bestätigt Martin Zbinden vom Inforama in Zollikofen BE. In jedem Monat von April bis Juni habe es geeignete Erntegelegenheiten für Silage und Belüftungsheu gegeben, betont er.

«Wer die zum Teil kurzen Schönwetterperioden im Mai geschickt genutzt hat, konnte in mehreren Chargen beste Heuqualitäten einfahren. Nach den Erfahrungen des letzten Jahres mit teils mässigen bis schlechten Heuqualitäten wurde dieses Jahr vielerorts rechtzeitig mit dem ersten Schnitt angefangen.» Besonders wichtig sei die Überwachung der Heustöcke gewesen, weil das kalt-feuchte Wetter sogar Betriebe mit guten Heubelüftungsanlagen vor Herausforderungen gestellt habe.

Futterernte bei Bise

Laut Bruno Nabulon vom Arenenberg TG ist die Situation im Thurgau sehr unterschiedlich je nach Lage. «Im Allgemeinen gab es sehr hohe Erträge bei ansprechender Futterqualität. Ausnahmen sind einige Naturwiesen, welche sich nicht von der Trockenheit erholten und verunkrautet waren. Wer bereits im April Futter konservierte, erreichte eine sehr gute Futterqualität, aber noch nicht sehr hohe Erträge. Grosse Flächen wurden Mitte Mai bei starker Bise und kaltem Wetter genutzt. In dieser Zeit war das Verhältnis Ertrag und Futterqualität nahezu ideal. Das Futter musste aber stark nachgetrocknet werden.»

Das nächste Erntefenster um den 24. Mai sei eher kurz gewesen, sodass teilweise in den feuchten Boden gefahren werden musste. «Dort war der Ertrag bereits sehr hoch und die Qualität leicht tiefer, aber immer noch akzeptabel.»

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