28.08.2019 15:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sum/blu
Futterbau
Umfrage: Wie fiel Futterertrag aus?
2018 haben viele Futterbauflächen unter der Hitze und Trockenheit gelitten, das Futter war knapp. In diesem Sommer sieht es anders aus: Der Ertrag ist vielerorts hoch. Wie sieht es bei Ihnen aus? Sind Sie mit den Erträgen zufrieden? Abstimmen und mitdiskutieren

Der Sommer 2018 löst bei vielen Bauern immer noch ein Schaudern aus.

Extremer Sommer 2018

Der heisse und sehr trockene Sommer hat sich massiv auf die Futterversorgung ausgewirkt. Die Wiesen und Weiden an Südhängen sowie Talgebiet trockneten aus. Viehhalter führten mehr Vieh in die Schlachthäuser.

In der Folge brachen die Schlachtviehpreise zusammen. Bauern mussten bereits im August auf die Wintervorräte zurückgreifen oder Futter zukaufen. Sie hatten mehr Auslagen und beim Fleisch und der Milch weniger Erlöse.

Grassilage mit guter Qualität

Ein grosser Teil des Dürrfutters und der Grassilage in diesem Jahr ist eingebracht. Die Versorgungslange zeigt sich ganz anders als 2018. Die aktuelle Bilanz der Futterbausaison 2019 sieht erfreulicher aus. Dies zumindest berichten mehrere Experten gegenüber «Schweizer Bauer».

«Die Auswertung der aktuellen Grassilageanalysen zeigt eine gute Qualität auf. Die Werte sind höher als zur gleichen Zeit letztes Jahr», erklärt Hansueli Rüegsegger vom Futtermittelhersteller UFA. «Die Verdaulichkeit der organischen Substanz liegt mit 78 Prozent über dem Schnitt, das heisst, die Grassilage ist gut verdaulich und erlaubt eine gute Verwertung der Nährstoffe», fährt er fort.

Im Juli wuchs Gras wieder

Auch aus der der Ostschweiz sind die Signale positiv. Dort war es im vergangenen Jahr extrem trocken. 2019 wurden sehr hohe Futtererträge eingefahren. «Die Qualität ist aufgrund der mehrheitlich guten Erntebedingungen gut», hält Bruno Nabulon vom Arenenberg TG fest. Die Menge an Winterfutter dürfte bis zum Vegetationsschluss genügen: «Nach der trockenen zweiten Julihälfte kann zurzeit wieder ein starkes Futterwachstum beobachtet werden», fährt er fort.

Auch in der Region Zürich ist das Fazit positiv. «Die Wiesen und Weiden haben sich von den extremen Wetterbedingungen des letzten Jahres grösstenteils erholt und ertragsmässig den letztjährigen Ausfall teilweise kompensiert», sagt Werner Hengartner vom Strickhof ZH gegenüber «Schweizer Bauer».

Juli-Niederschläge brachten Entspannung

An einigen Standortes seien wegen Lücken etwas geringere Erträge und Qualitäten geerntet worden. «Die Landwirte sind jedoch sowohl mengenmässig als auch qualitätsmässig zufrieden», so Hengartner.

Im Kanton Bern haben Niederschläge Ende Juli in vielen Regionen zu einer Entspannung geführt. «Der Sommer 2019 bot viele Erntegelegenheiten. Die Futterlager sind vielerorts bereits so voll wie letztes Jahr vor dem Winter, und mindestens ein Schnitt ist noch möglich», betont Martin Zbinden vom Inforama Rütti BE.

In der Romandie trockener

«Die Trockenheit im laufenden Jahr ist nicht mit jener im vergangenen Jahr vergleichbar», sagte Sandra Helfenstein, Sprecherin des Schweizer Bauernverbandes (SBV), im August gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

In den Kantonen Waadt, Freiburg und Neuenburg sowie an einigen Orten in der Deutschschweiz sei der letzte Grasschnitt zwar mager gewesen, aber nicht im gleichen Ausmass wie 2018. Andere Gebiete hätten kaum einen Ausfall zu vermelden.

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