15.05.2017 11:30
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/ ats
Silieren
Wiesen nach Rehkitzen absuchen
Aktuell öffnet sich ein Erntefenster und teilweise wurde bereits mit Mähen begonnen. Aber aufgepasst: In den Schweizer Wiesen dürften sich wieder tausende von Rehkitze befinden. Für sie werden Mähmaschinen zur tödlichen Gefahr. Der Schweizer Tierschutz (STS) appelliert daher an die Bauern, die Wiesen vor dem Mähen abzusuchen.

Gemäss STS fallen jährlich bis zu 2000 Rehkitze Mähmaschinen zum Opfer. Die jungen Tiere ducken sich bei Gefahr tief ins Gras und verharren regungslos. Sie gefährden sich damit selbst. Sie geraten ins Mähwerk, werden zerstückelt oder bleiben schwer verletzt zurück. Auch junge Feldhasen, Jungvögel oder gar Katzen geraten in Mähwerke.

Gefährlich auch für Nutztiere

Tote Tiere in der Silage oder im Heu werden aber auch zur tödlichen Gefahr für Nutztiere. Geraten Kadaver unbemerkt ins Silo, vermehrt sich durch den Gärprozess im Fleisch das Bakterium Clostridium botulinum. Dieses Bakterium produziert das Nervengift Botulinumtoxin.

Wird nun die Silage von den Kühen gefressen, erkranken sie an Botulismus. Sie zeigen Lähmungserscheinungen, Speichelfluss und ersticken schliesslich qualvoll an einer Atemlähmung.

Mit lokalen Jägern zusammen arbeiten

„Es ist daher im Interesse des Tierwohls aber auch der Landwirtschaft unerlässlich, das Vermähen von Tieren möglichst zu vermeiden“, schreibt der STS am Dienstag in einem Communiqué. In Zusammenarbeit mit lokalen Jägern und durch den Einsatz von Infrarot-Suchgeräten haben Bauern die Möglichkeit, Rehkitze zu orten.

Die Suchgeräte erkennen ein Tier aufgrund seiner Körperwärme, die sich am frühen Morgen noch deutlich vom kalten Boden abhebt, und schlagen Alarm. Vielversprechend sei auch die Suche nach Rehkitzen mittels ferngesteuerter Multikopter, hält der STS fest.

Nicht anfassen!

Die Kitze dürfen nicht von blosser Hand berührt werden, sondern sie sollten mit Zuhilfenahme eines Grasbüschels in eine Kiste gelegt und aus dem Gefahrenbereich verbracht werden.

Die Fundstelle wird markiert und beim Mähen umfahren, so dass eine kleine Grasinsel zurückbleibt. Nach der Mahd wird das Kitz an der Fundstelle wieder in der Grasinsel abgelegt, wo es die Rehgeiss am Abend findet.

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