12.05.2019 05:59
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Futterbau
Zuerst Sonne - dann Gras mähen
Erst wenige Flächen wurden siliert. In den nächsten trockenen Tagen wird deshalb vielerorts gemäht werden. Je kürzer das Zeitfenster ist, desto grösseren Einfluss hat eine gute Planung auf die Silagequalität.

In den letzten Tagen hat es immer wieder geregnet. Viele möchten bei der Futterernte nicht mehr zu lange warten. Es gilt, aus der nächsten Trockenperiode das Beste zu machen. 

Trotz Zeitdruck sollte das Gras wenn möglich nach einigen Sonnenstunden geschnitten werden. Dadurch erhöht sich anteilsmässig der Zuckergehalt im Siliergut – er sollte bei mindestens 6 Prozent in der Trockenmasse liegen. Auch durch gutes Anwelken auf 30 bis 40 Prozent TS wird der  Zuckergehalt angehoben.

Bogen um Mäusehaufen

Wenn der Boden und/oder das Gras nass sind, verschmutzt das Futter deutlich schneller. Jetzt lohnt es sich, Parzellen mit vielen Mäusehaufen stehen zu lassen und jene zu mähen, bei denen das sauber möglich ist. Der Boden  mehrjähriger Kunstwiesen und  Naturwiesen ist tragfähiger als jener von Kunstwiesen, die erst 2018 angelegt wurden. Bei Stoppellängen über 6cm wird das Futter bei der Bearbeitung zudem weniger verschmutzt als bei einem Rasierschnitt. Mähwerke mit Aufbereiter zerstören die Wachsschicht der Gräser. Das beschleunigt das Anwelken. 

Handarbeit

Um den TS-Gehalt des Grases auf dem Feld schnell und präzise zu bestimmen, nimmt man mit beiden Händen eine Futterprobe und wringt sie ohne Nachzufassen einmal kräftig. Die Hände sollten noch feucht sein. Sind die Hände nass oder tritt Saft zwischen den Fingern aus, befindet sich der TS-Gehalt unter 30%. Bei trockenen Händen hat die Silage über 45% TS. sum

Keinen Dräck im Silo

Zu viel Dreck im Futter äussert sich in einem hohen Rohaschegehalt. Dieser hat viele negative Einflüsse, nicht nur auf den Gärverlauf, sondern auch auf den TS-Verzehr oder auf die Passagerate des Futters. Über den Dreck werden schädliche Mikroorganismen ins Silo gebracht. Statt zur gewünschten Milchsäuregärung kommt es vermehrt zur Bildung stinkender Buttersäure oder Essigsäure. Es geht Energie verloren. Die Silage verliert massiv an Wert. 

Nachgärungen vorbeugen

Gegensteuer geben kann man zumindest teilweise durch den Einsatz von Siliermitteln, konkret von Säuren. Sie töten Gärschädlinge ab und sorgen so dafür, dass keine Nachgärungen auftreten. Sie wirken direkt und dadurch in der Regel sicherer als biologische Mittel. Vorbeugend gegen Nachgärungen werden die heterofermentativen Milchsäurebakterien eingesetzt. Sie bilden neben Milchsäure auch einen Anteil Essigsäure – der Anteil  liegt höher als bei natürlich vorkommenden Milchsäurebakterien. 

Homofermentative Milchsäurebakterien hingegen bauen den Zucker in erster Linie zu Milchsäure ab. Sie werden zur Förderung der Milchsäuregärung eingesetzt und ermöglichen Silagen mit einer guten Qualität, die aber oft anfälliger sind auf Nachgärungen. Damit sie wirken können, muss das Futter nährstoffreich und im besten Alter sein.

Zuckerverluste

Wird das Gras zu nass eingepackt, bildet sich   Sickersaft. Dieser beinhaltet etwa 30 bis 40 Prozent Zucker, der eigentlich den Bakterien als Futter zur Verfügung stehen sollte. Ohne Zucker sinkt der pH-Wert weniger tief ab, das Futter wird instabiler. sum

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE