Dienstag, 31. Januar 2023
08.12.2022 15:00
Futterbau

Zwei neue Sorten von Schotenklee

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: mgt

Schotenklee und Esparsette kommen in Mischungen für ausdauernde Heuwiesen und für tanninhaltiges Futter zum Einsatz. Agroscope ergänzt die Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen mit zwei Neuzüchtungen von Schotenklee, während bei der Esparsette alles beim alten bleibt.

Der Schotenklee (Lotus corniculatus L.) ist eine ausdauernde, genügsame, trockenheitstolerante und winterharte Art. «Seine Stärken kommen in Heuwiesen mit zwei bis drei Nutzungen zur Geltung, etwa in den Standardmischungen (SM) 450, SM 451 und SM 455. In intensiver genutzten Futterbaumischungen, wie der SM 481, wird er im Laufe der Zeit durch den Weissklee (Trifolium repens L.) abgelöst», schreibt Agroscope.

Schotenklee und Esparsette im Feld geprüft

Ebenso eine wenig intensive Wirtschaftsweise verlangt die Esparsette (Onobrychis viciifolia Scop.), die früher in Heuwiesen eingesetzt wurde. Heute dient diese wärmeliebende Art meist der Erzeugung tanninhaltigen Futters zur Unterstützung der Bekämpfung von Magen-Darm-Parasiten bei Wiederkäuern, beispielsweise in der SM 326. Die Esparsette liefert über die Hälfte des Jahresertrages im Heuschnitt, während die Folgeaufwüchse einen geringeren Ertrag abwerfen.

Fünf Sorten Schotenklee und vier Sorten Esparsette wurden während dreier Jahre in Kleinparzellen an fünf Orten im Mittelland und an zwei beziehungsweise einem Höhenstandort auf ihre Anbaueignung geprüft. Beurteilt wurden Ertrag, Güte (Üppigkeit, Dichte und Ebenmässigkeit des Pflanzenbestandes), Jugendentwicklung, Konkurrenzkraft, Ausdauer, Toleranz gegen Wintereinflüsse und Resistenz gegen Blattkrankheiten. Beim Schotenklee kam die Anbaueignung für höhere Lagen, bei der Esparsette die Standfestigkeit hinzu.

Schotenklee: Neuzüchtungen

Unter den Neuzüchtungen fielen «Lotella» und «Maleják» positiv auf. Letztere brillierte in der Jugendentwicklung, gefolgt von «Lotella». In der Güte und der Konkurrenzkraft überzeugten beide Neuzüchtungen mit soliden Leistungen. Während sich «Lotella» im Ertrag, der Ausdauer und der Anbaueignung für höhere Lagen vor «Maleják» einordnete, lag diese in der Toleranz gegen Wintereinflüsse vor «Lotella».

Beide Neuzüchtungen zeigten zudem eine gute Resistenz gegen Blattkrankheiten. Dennoch konnten sie den für eine Empfehlung notwendigen Vorsprung gegenüber der einzigen empfohlenen Sorte «Lotar», die den ersten Platz behauptete, nicht erreichen. Weil aber nur eine empfohlene Sorte für die Bereitstellung von Qualitätssorten nicht genügt, wird das Sortiment empfohlener Sorten mit «Lotella» und «Maleják» ergänzt. Die übrigen Neuzüchtungen «Fabio» und «Altus» konnten leider nicht überzeugen.

Esparsette: Keine Neuempfehlung

Die einzige Neuzüchtung, «Ambra», kam mit ihren Leistungen abgeschlagen auf dem letzten Platz zu liegen und kann nicht empfohlen werden. Hingegen bleiben die bereits empfohlenen Sorten «Perly», «Perdix» und «Višnovský» weiterhin auf der «Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen».

Fazit

  • Schotenklee und Esparsette sind Leguminosen für die wenig- bis mittelintensive Futterproduktion.
  • Agroscope hat zwischen 2019 und 2021 insgesamt fünf Sorten Schotenklee und vier Sorten Esparsette geprüft.
  • Beim Schotenklee erzielten die Neuzüchtungen «Lotella» und «Maleják» in allen Eigenschaften solide Leistungen und werden neu empfohlen.
  • Bei der Esparsette konnte die einzige Neuzüchtung «Ambra» nicht überzeugen und wird deshalb nicht empfohlen.
  • Die bereits empfohlenen Sorten beider Arten behalten ihre Empfehlung weiterhin. Somit stehen von beiden Arten je drei empfohlene Sorten zur Verfügung.
Mehr zum Thema
Pflanzen

Urban Dörig ist seit 2009 Pächter der Domäne St. Katharinental TG. Sie war ein ehemaliger Klosterbetrieb.zvg Urs Dörig bewirtschaftet den Pachtbetrieb Staatsdomäne St. Katharinental in Diessenhofen TG. Im Interview erklärt, weshalb…

Pflanzen

RitaE 2021 betrug die landwirtschaftliche Nutzfläche in der Schweiz insgesamt 1'042'053 Hektaren. Welche Kulturen unser Land prägen, gibt es in der Grafik. Fast 60% der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz sind…

Pflanzen

Das Punktesystem Biodiversität muss von allen Landwirten, welche IP-Suisse-Labelprodukte produzieren, erfüllt werden. Die geforderte Gesamtpunktzahl beträgt 15 Punkte.zvg Die Produzentenorganisation will die Biodiversität weiter stärken. Das Punktesystem wird überarbeitet. Die…

Pflanzen

Die lilablühenden Phaceliapflanzen fallen besonders ins Auge.zvg Vergangenen Herbst zeigten sich viele Felder im Thurgau mit grossgewachsenen und dichten Beständen, die in vielen Farben blühten. Die Gründüngungen entwickelten sich in…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE