7.08.2019 09:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Futterbau
Zwischenfutter vor Weizensaat
Mit Zwischenfutter kann man das Wiesenfutter ergänzen. Zentral ist, dass man die passende Mischung wählt. Für zeitige Saaten enthält diese etwa Alexandriner- und Perserklee sowie Westerwoldisches Raygras.

Nach dem trockenen Sommer 2018, dem zeitweise kalten Frühling 2019, der das Graswachstum gebremst hat, und den kürzlichen Hitzewellen ist die Futtersituation teils immer noch angespannt.

Standardmischung 106 

Eine Möglichkeit, das Loch zu stopfen, ist der Anbau von Zwischenfutter. Doch welches Zwischenfutter soll man ab Mitte August säen, wenn man diesen Herbst noch möglichst viel ernten will? Gut geeignet für Herbstfutter sind einjährige Mischungen wie die Standardmischung 106 auf der Basis von Alexandriner- und Perserklee sowie Westerwoldischem Raygras oder Mischungen mit gleichen Komponenten in geänderter Zusammensetzung. Das Westerwoldische Raygras läuft zügig auf, es hat von allen Gräsern den schnellsten Start.

Nutzung vor Weizensaat

Es ist sogar möglich, jetzt ein Zwischenfutter zu säen, einen Schnitt zu nutzen und dann noch Weizen zu säen. Herbstzwischenfutter benötigt rund 60 Tage für einen guten Ertrag. Die Weizensaat erfolgt dann ab dem 15. Oktober. Wichtig ist in diesem Fall, die Saat von Zwischenfutter so früh wie möglich durchzuführen. Vor der Saat muss die Bodenbearbeitung so flach wie möglich, jedoch so tief wie nötig erfolgen.

Allenfalls ist es auch nötig, Fahrspuren auszuebnen, damit das Zwischenfutter gut und sauber geerntet werden kann. Drillsaat ist bei trockenen Bedingungen vorzuziehen, da die Saat besser aufläuft. Die Nährstoffe kann man allenfalls schon vor dem Eggen ausbringen, damit sie dank der Restfeuchte besser und schneller von den Pflanzen aufgenommen werden können. Die Rückverfestigung nach der Saat ist das A und O, Walzen ist ein  absolutes Muss für eine gute Kapillarität.  

Siliermittel einsetzen

Wenn das Zwischenfutter erst nach der Silomaisernte Anfang September möglich ist, sollte man keine 106er-Mischungen mehr säen. Dann ist es zu spät für Alexandriner- und Perserklee. Möglich ist ein Wintergrün auf der Basis von Raygras mit Inkarnatklee. Von diesen Mischungen kann auch im Frühjahr noch ein Schnitt genutzt werden. 

In trockenen Zeiten haben sich auch grosskörnige Mischungen wie Wicken-Hafer-Erbsen-Gemenge, Mischungen mit Sandhafer, Alexandrinerklee und Wicken oder auch Grünschnitthafer bewährt. Die Mischungen können geweidet oder auch siliert werden. Wichtig ist, dass sie angewelkt werden, und  dass ein Siliermittel eingesetzt wird. Der Futterwert darf aber nicht überschätzt werden. Wer ein qualitativ hochwertigeres Futter vorzieht, wählt besser eine Mischung mit Luzerne, die in der Trockenheit gut aufläuft und anschliessend tief wurzelt.   

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