Dienstag, 9. August 2022
26.06.2022 17:58
Getreide

«Hartweizen passt als Kultur sehr gut zu meinen Böden»

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sal

Stefan Ryser aus Ramsen SH baut seit zehn Jahren Hartweizen an, und zwar schon immer in IP-Suisse-Qualität. Er erzielt damit einen höheren Deckungsbeitrag als mit Brotweizen.

Seit Stefan Ryser im Jahr 2000 den Landwirtschaftsbetrieb nördlich des Rheins, an der Grenze zu Deutschland, übernommen hat, erfüllt er die Anforderungen der Produzentenorganisation IP-Suisse.  Via IP-Suisse ist er dann vor zehn Jahren auch zum Anbau von Hartweizen gekommen. Ryser sagt: «Ich bin einer, der gerne Neues ausprobiert.» Er sei einer der Ersten gewesen, die ausserhalb der Bergzone Dinkel angebaut haben. Ausserdem  habe er auch schon Emmer und Einkorn gesät.

3,6 Hektaren Hartweizen

Stefan Ryser bewirtschaftet mit seiner Ehefrau Regula und Sohn Reto einen gemischten Betrieb (ryserwein.ch). Die Milch der 24 Kühe wird via Produzentenorganisation Mooh vermarktet. Aus den eigenen Rebbergen stammen die Reben für den Wein, der ab Hof vermarktet wird. Und wie für viele Schaffhauser Betriebe ist auch fürs Rysers auf 420 Metern über Meer der Ackerbau ein wichtiges Standbein. 36 Hektaren  werden als Ackerfläche bewirtschaftet. Ein Zehntel davon, 3,6 Hektaren, sind in der laufenden Saison mit Hartweizen angesät worden.  

Der Hartweizen tritt in der Fruchtfolge Weizen-Raps-Weizen- Mais-Weizen-Zuckerrüben jeweils an die Stelle des Brotweizens. Dass Hartweizen auf Körnermais folgt, vermeidet Ryser mit Blick auf das Mykotoxinrisiko, das überhaupt die grösste Herausforderung beim Hartweizenanbau sei. Gesät hat Ryser den Hartweizen am 15. Oktober 2021, vor dem 10. Oktober dürfe er bei Extensokulturen nicht säen, sagt er. Ryser setzt auf die Sorte Elsadur, eine von zwei Sorten, die IP-Suisse empfiehlt. Sie gelte als resistenter und sei standfester, so Ryser.  

Bei ihm ist Hartweizen im Anbau sicherer 

Bekanntlich darf das IP-Suisse-Getreide höchstens mit Herbiziden behandelt werden. Ryser sagt, er habe bislang im Herbst eine Herbizidbehandlung gemacht, nur im letzten Jahr habe er darauf verzichtet, da habe er im Frühling das Mittel Othello verwendet. Was die Düngung betreffe, so habe er im Herbst jeweils etwas Mist ausgetragen, dann Ende Februar 150 kg Mg-Ammonsalpeter (mit Schwefel) und Ende März nochmals 100 kg Mg-Ammonsalpeter ausgebracht. Geerntet wird der Hartweizen immer früh. «Bei mir ist er immer der erste Weizen, den wir dreschen. Man darf ihn nicht zu lange stehen lassen, sonst nimmt das Risiko von Fusarienbefall zu», so Ryser. Die Erträge schwankten in den vergangenen Jahren bei Ryser zwischen 25 und 55 dt /ha, im letzten Jahr gab es wegen Auswuchs einen Totalausfall.

Ryser bringt den Hartweizen in die Mühle Bachmann AG nach Wilsdorf TG. Er ist froh um diese kurzen Wege. Von dort geht der IP-Suisse-Hartweizen zur Firma Jowa, die daraus diverse Teigwarenspezialitäten kreiert. Selbstverständlich kennt und schätzt Ryser diese. Der Preis betrug zuletzt 72+8 Franken pro Dezitonne. «An unserem trockenen Standort mit den kiesigen Böden habe ich mit Hartweizen die grössere Chance, den angepeilten Deckungsbeitrag zu erreichen als mit Brotweizen», sagt Ryser.

Herausforderung «pestizidfrei»

Den Weizen macht Ryser schon heuer herbizidfrei beziehungsweise völlig pestizidfrei. Auch beim Hartweizen fasst er dies für 2023 ins Auge. Es ist die nächste agronomische Herausforderung, die Ryser angeht. Die IP-Suisse ihrerseits will zusammen mit den Abnehmern den Hartweizenanbau ausbauen. Interessierte Betriebe können sich auf eine Warteliste setzen lassen (ipsuisse.ch, Tel. 031 910 60 00). Daniel Salzmann

Mehr zum Thema
Pflanzen

Besonders gefährlich seien die Folgen des Klimawandels mit Blick auf Kipppunkte, schreiben die Wissenschaftler. - WikiImages Der Klimawandel könnte nach Ansicht von Experten im schlimmsten Fall zum Aussterben der Menschheit…

Pflanzen

Der Einsatz von Biostimulanzien gewinnt im Ackerbau zunehmend an Bedeutung, weil so der Ertrag gesteigert werden kann. - Roland Müller Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) hat ein neues Faktenblatt…

Pflanzen

Die WMO geht davon, dass sich die Hitzewellen in Europa häufen werden. - Markus Spuhler Hitzewellen wie die, die gerade Europa heimsucht, gehören fortan in den Sommermonaten zum normalen europäischen…

Pflanzen

Die Erdbeere wird an Blütenduft verlieren. - Pirmin Kaufmann Pflanzen locken ihre Bestäuber unter anderem mit Blütenduft an. Forschende der Uni Salzburg haben untersucht, was passiert, wenn die Klimaerwärmung diese…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE