Sonntag, 29. November 2020
04.11.2020 15:04
Pflanzenschutz

Petitionäre wollen Gaucho abwenden

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Während viele Zuckerrübenproduzenten für die Wiedereinführung der Gaucho-Beizung kämpfen, haben ein Imker, ein Arzt und ein Landwirt eine Petition lanciert, um die Neuregistrierung von Gaucho zu stoppen. 

Bisher wurden mehr als 12’000 Unterschriften gesammelt. Dieses synthetische Pestizid sei vor allem für Insekten und Bienen extrem giftig, heisst es in einer Mitteilung. Die Zuckerrübenerträge seien in diesem Jahr höher als im Schnitt der letzten fünf Jahre Es erscheine deshalb als «skandalös», dass die Zuckerlobby es wagt, die Wiedereinführung eines Giftes zu fordern, dessen hohe Toxizität nicht nur für Insekten, sondern auch für Wirbeltiere in mehr als 1200 wissenschaftlichen Studien dokumentiert ist, kritisieren die Petitionäre.  Das neonicotinoidhaltige Gaucho ist seit Anfang 2019 verboten. Seither gibt es kein wirksames Mittel mehr gegen die von Blattläusen übertragene Viröse Vergilbung.

Die Viröse Vergilbung ist weltweit verbreitet und die wirtschaftlich bedeutendste Krankheit bei den Zuckerrüben. Das BYV (Beet Yellow Virus) genannte Virus wird von Blattläusen beim Saugen übertragen. In der Schweiz sei vor allem die grüne Blattlaus ein Problem, sagt Samuel Jenni von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau. Dieser sei mit Nützlingen schwerer beizukommen als etwa der schwarzen Blattlaus. Weil der letzte Winter mild war, ermöglichte er den Blattläusen eine Lebendüberwinterung. Deshalb gab es die ersten Symptome für die Viröse Vergilbung in der Schweiz dieses Jahr bereits am 8. Juni im Chablais, so früh wie noch nie. In den westlichen Anbaugebieten dürften zwischen 80 und 90 Prozent der Felder befallen sein. Noch weniger verbreitet aber ebenfalls vorhanden ist das Virus östlich von Bern.

7 Responses

  1. Gaucho soll extrem giftig für Insekten und Bienen sein? Das stimmt so nicht. Die wissenschaftlichen Daten sagen etwas anderes. Dieses Panikmache ist genau gleich unbegründet wie die Corona-Panikmache. Beide Panikmachen basieren auf Lügen und kommen aus der gleichen politischen Gesinnung heraus (sozialistisch, links-grün, alarmistisch): Der Staat soll wieder etwas regulieren, damit die freie Wirtschaft stören, den Wohlstand senken und die Behördenmacht und damit auch die Steuerlast erhöhen. Ziel: Umverteilung, Verstaatlichung, Sozialismus, Gleichmacherei, letztlich Not und Elend für die Mehrheit (Vorbilder gab es genug: Sowjetunion, DDR, China unter Mao, Kambodscha unter Pol Pot, Äthiopien, …)
    Wehren wir uns vereint gegen diese Feinde der Freiheit, die via Panikmache ihre Agenda durchbringen wollen und uns in Not und Elend führen werden!

  2. Mit der geforderten befristeten (Betonung auf befristet) Wiedezulassung von Gaucho soll die Anbaubereitschaft bis zu einer züchterischen Lösung des Virusproblems erhalten werden. Die Situation der CH Zuckerwirtschaft erträgt keine grösseren Flächenreduktionen mehr. Das Aus ist in Sichtweite.
    Es gibt allerdings bewilligte PSM Alternativen zu Gaucho: das Bienengift Lambda-Cyhalothrin gegen Erdflöhe und Rübenmotten und das Bienengift Pirimicarb gegen Blattläuse. Diese Mittel kommen 2 bis 3 mal zum Einsatz und wirken, auch gegen Bienen. Die Petition richtet sich nur gegen Gaucho, die PSM Alternativen werden nicht in Frage gestellt!
    Gemäss Aussagen von „alten Bauern“ saugen Bienen, trotz Blütenangebot nebenan, und eingerollten ZR Blättern, die Ausscheidungen der Blattläuse. Gibt es Studien darübeŕ? Wäre interessant zu wissen.

  3. Was für Unwissende! Erstens ist die Zuckerrübe als nichtblühende Kultur für Bienen nicht attraktiv und zweitens müssen die Erträge in der West- und der Ostschweiz getrennt betrachtet werden! In der Ostschweiz ist die Viröse Vergilbung derzeit ja keine Problem, im Westen dafür ein riesiges.

    1. Der Unwissende ist der Herr „Beobachter“! Blattläuse, die subletale Mengen von Imidacloprid aufgenommen haben, „offerieren“ Imidacloprid in ihren Ausscheidungen den Biennen und andern Insekten. Zur Info für den „Beobachter“: solche Blattlaus-Ausscheiungen auf Tannennadeln verarbeiten die Bienen zu Waldhonig.

      1. Wissen Sie denn, ob die Bienen auch von den Blattlausauscheidungen der Rüben-Blattläuse „Waldhonig“ produzieren? In welchen Mengen? Und wie hoch ist der Gehalt an schädlichen Stoffen aus dem Beizmittel „Gaucho“? Und wie ist der Schaden (Subletalität), die Todesrate (Letalität) der Bienen? Gibt es da Feldstudien?
        Diese Diskussion ist fast wie bei der Radioaktivität, wo eine Nulltoleranz verlangt wird, obwohl Radioaktivität überall in der Natur ist. So gibt es auch natürlicherweise Stoffe, die den Bienen schaden und Bienen können sich an neue Stoffe anpassen und Resistenzen entwickeln.
        Die Agenda der Grünen und Umweltverbände will alle synthetischen chemischen Stoffe kriminalisieren. Dadurch bewirken die eine Wohlstandsrückschritt und eine Bevölkerungsreduktion.
        Hier passt folgendes Zitat von Dr. Christian Blex (AfD-Abgeordneter in NRW, DE)
        “Früher starben die Menschen mit 35 Jahren. Heute schimpfen sie bis 95 (Jahren) über die Chemie.” aus: https://www.youtube.com/watch?v=5_qbc56q518, Minute 3:44

      2. Habe im Netz intensiv über Bienen und Honigtau gesucht. Es gab keinen einzigen Fachartikel der die Theorie bestätigt, dass Bienen Honigtau von Rübenläusen sammeln, nur über Waldhonig von Rindenläusen.
        Der Honigtau in ZR wird im allgemeinen sehr schnell vom Russpilz befallen und zersetzt. Inwieweit dieser für Bienen dann noch attraktiv ist schreibt niemand. In der Theorie ist die Möglichkeit der subletalen Vergiftung plausibel, in der Praxis offenbar nicht untersucht oder nicht wissenschaftlich publiziert (finde nichts).
        Da Virusvergilbungen bis anhin kaum beobachtet wurden, also es wenig Läuse gab die das Virus übertragen haben, kann davon ausgegangen werden, dass die Lauspopulation tief war (letal) und so den Bienen wenig bin null Honigtau aus ZR Anbau zur Verfügung stand. Ich bitte um Gegendarstellungen mit Quellen.

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