3.10.2014 13:05
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Kartoffeln
„Blattlausradar“ ermöglicht Viren-Prognose
Pflanzenviren sorgen bei Produzenten von Pflanzkartoffeln für Sorgenfalten. Über Blattläuse werden die Viren auf die Stauden übertragen und befallen anschliessend die Knollen. Die Forschungsanstalt Agroscope überwacht den Flug der Läuse mit einer Saugfalle. Mittels der Daten werden die Prognosen erstellt.

Die vegetative Vermehrung von Saatgut wie beim Kartoffelanbau hat so seine Tücken, schreibt Agroscope in einer Mitteilung am Freitag. Die Produzenten hätten somit keine andere Wahl als ihre Ernte alljährlich auf Virenbefall zu testen. Sind die Posten zu stark befallen, werden sie eliminiert. Besonders das Mosaikvirus Y (PVY) kann zu massiven Ertrags- und Qualitätseinbussen führen.

Übertragen wird das Virus über geflügelte Blattläuse. Diese verlassen im Frühling ihr Winterquartier und suchen die auflaufenden Kartoffelfelder auf. Wegen ihrer Saugaktivität gelangt das Virus über die Blätter in die Pflanze und schliesslich in die Knolle. Nicht alle Blattläuse übertragen das Mosaikvirus gleich stark. Besonders die grüne Zwetschgenblattlaus hat eine entscheidende Rolle inne.

Die Forscher sammelten Daten zum Flugverhalten mittels einer Saugfalle auf dem Gelände von Agroscope in Changins. Diese ähnelt einem überdimensionierten Staubsauger und ist 12 Meter über dem Boden installiert. Die kleinen Tiere werden wie bei einem Staubsauger abgesaugt. Die Analyse der Agroscope hat ergeben, dass das Auftreten des Mosaikvirus bei der Kartoffelernte sehr zuverlässig mit der Häufigkeit gewisser Blattausarten im Frühjahr – besonders der Grünen Zwetschgenblattlaus – korreliert.

Das „Blattlausradar“ erlaube es somit, das Risiko der Virenübertragung im Kartoffelfeld abzuschätzen, hält die Agroscope fest. Die Virusprognosen werden allwöchentlich aktualisiert und den Kartoffelproduzenten online  auf www.agrometeo.ch/de zur Verfügung gestellt. Je nach Gefahrenlage können die Produzenten der Situation angepasste Pflanzenschutzmassnahmen ergreifen, heisst es weiter.

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