18.06.2019 19:17
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Pflanzenschutz
85% weniger Pflanzenschutzmittel
Die Schweizer Gemüseproduzenten haben 2018 das Projekt «Ressourcenschonender, nachhaltiger Pflanzenschutz im Gemüsebau durch kameragesteuerte Pflanzenschutzroboter» gestartet. Die Bilanz nach einem Jahr fällt positiv aus.

Mit dem Projekt wollen die Gemüseproduzenten den Pflanzenschutzmittel-Einsatz durch gezielte Abgabe reduzieren. Dazu wurde eine bereits vorhandenes, sensor- und kameragesteuertes Hackgerät (Steketee IC Weeder) weiterentwickelt. 

Die im Prototyp integrierte Sensortechnologie, Software und Düsentechnik ermöglicht die gezielte Behandlung jeder einzelnen Kulturpflanze, um Pilze und Schädlinge vom Gemüse fernzuhalten. Die Fläche zwischen den Pflanzen bleibt gemäss der Mitteilung der Schweizer Gemüseproduzenten unbehandelt.

Nun wurden die ersten Resultate ausgewertet. Im Vergleich zu einer Behandlung mit der Feldspritze konnten beim Kopfsalat im frühen Kulturstadium 85% an Pflanzenschutzmittel ohne Wirkungseinbussen eingespart werden. Dank der gezielten Behandlung gelangten fast keine Pflanzenschutzmittel in den Boden. Dadurch wurde die Gefahr von Ausschwemmung der Wirkstoffe in Bäche reduziert, halten die Gemüseproduzenten fest. Dank der integrierten automatischen Hacktechnik konnte vollständig auf Herbizide verzichtet werden.

Der Prototyp wird weiter getestet. «Aufgrund der über hundert Gemüsearten, den unterschiedlichen Ansprüchen an den Pflanzenschutzmitteleinsatz sowie der regional unterschiedlichen Anbaubedingungen, sind die Entwicklung und die Praxiseinführung einer solchen neuen Pflanzenschutztechnik im Schweizer Gemüsebau sehr aufwendig», sagt René Total von der Forschungsanstalt Agroscope.

Insbesondere auch die wirtschaftlichen Aspekte werden nun geprüft. Die Flächenleistung ist noch gering und die Anschaffungskosten hoch. Getestet werden auch Düsenwahl, Druck, Fahrgeschwindigkeit und andere Komponenten. Hauptziel des Projektes ist es, den Prototypen für Gemüseproduzenten zur Marktreife zu bringen. Der Versuch ist auf drei Jahre ausgelegt.

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