9.04.2018 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Kein sofortiges Glyphosatverbot
In Österreich lassen neue Regelungen zum Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat weiter auf sich warten: Ein Antrag der SPÖ, Glyphosat aufgrund seiner möglicherweise krebserregenden Wirkung auf nationaler Ebene sofort zu verbieten, fand am vergangenen Mittwoch keine Mehrheit im Landwirtschaftsausschuss des Wiener Nationalrats und wurde vertagt.

Zwar stellten sich die Koalitionsfraktionen von ÖVP und FPÖ erneut klar gegen einen weiteren Einsatz des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs in Österreich,
gleichzeitig mahnten sie aber eine gute Vorbereitung eines Glyphosatverbots an. 

Der FPÖ-Abgeordnete Peter Schmiedlechner warnte vor Wettbewerbsnachteilen gegenüber anderen Ländern. Ohne eine gute Vorbereitung eines Glyphosatverbots in Österreich könne letztlich der Import an Produkten, bei deren Herstellung der Wirkstoff zum Einsatz gekommen sei, steigen. Ausschussobmann Georg Strasser von der ÖVP verwies auf das Beispiel Kärnten, wo kürzlich ein Glyphosatverbot von der Europäischen Union wegen einer nicht ausreichenden Begründung gekippt worden sei. 

Um solche rechtlichen Probleme zu vermeiden, müsse der Ausstieg seriös vorbereitet werden, so der Präsident des Österreichischen Bauernbundes. Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger berichtete, dass ihr Ressort aktuell an Massnahmen zur Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes arbeite. In Österreich ist man bereits seit längerem kritisch gegenüber Glyphosat eingestellt.

Als im vorigen November die EU-Mitgliedstaaten die Zulassung des Wirkstoffs um weitere fünf Jahre billigten, stimmte Österreich - damals noch unter dem geschäftsführenden sozialdemokratischen Bundeskanzler Christian Kern - gemeinsam mit acht weiteren Staaten dagegen. Unter der neuen Regierung wurde dann im Dezember ein nationales Verbot angekündigt. 

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