5.07.2016 11:33
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Ackerbau
Aktionsplan Pflanzenschutzmittel: 50 Massnahmen
Mit dem Aktionsplan Pflanzenschutz möchte der Bund die Risiken von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent reduzieren. Dazu sollen die eingesetzten Mengen und Abdrift auf Nachbarparzellen begrenzt werden.

Der Aktionsplan des Bundes zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wurde am Dienstag in die Anhörung geschickt. Laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) definiert er langfristige Ziele zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der Umwelt und der landwirtschaftlichen Kulturen.

Für die kommenden zehn Jahre wurden laut BLW «ehrgeizige und messbare Ziele» festgelegt. Sie berücksichtigen bestehende oder  sich in der Entwicklung befindende technische  Möglichkeiten, um das Risiko zu reduzieren und einen angemessenen Schutz der Kultuen vor Krankheiten und Schädlingen zu gewährleisten.

Auswaschung minimieren

In der Vernehmlassungsunterlage werden 50 Massnahmen beschrieben, um mit welchen diese Ziele erreicht werden sollen. Um den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu reduzieren, sollen alternative Pflanzenschutzmethoden, wie beispielsweise die mechanische Unkrautbekämpfung, gefördert werden. Kann auf Pflanzenschutzmittel nicht verzichtet werden, sollen Ausbringtechniken eingeschränkt werden, die starke Emissionen ausserhalb der behandelten Parzellen mit sich bringen.

Es werden spezifische Massnahmen vorgeschlagen, um gewisse Risiken gezielt zu mindern. Dies betrifft zum Beispiel den Bereich des Gewässerschutzes, wo mit neuen Anwendungsvorschriften die Auswaschung von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer reduziert werden soll. Zudem sind Begleitmassnahmen geplant, besonders auch im Bereich der Bildung und Beratung: Gewerbliche Anwender sollen regelmässige Weiterbildungskurse absolvieren. Zudem sollen die Informationen über das Zulassungsverfahren und die Risiken verbessert werden.

Sichere Lebensmittel

Die Ergebnisse der Anhörung sollen laut dem BLW helfen, die Massnahmen zu priorisieren. Bestehende Massnahmen wie die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln oder die Züchtung neuer, krankheitsresistenter Pflanzensorten tragen ebenfalls zur Zielerreichung bei.  Ein Zwischenbericht in fünf Jahren soll die Fortschritte ausweisen und zeigen, ob Anpassungen nötig sind. 
 
Der Aktionsplan sei eine Chance für die Landwirtschaft, betont das BLW. Er belege die Anstrengungen, die beim Schutz der Kulturpflanzen vor Krankheiten und Schädlingen unternommen werden, um den Schutz der Gesundheit und der Umwelt zu gewährleisten. Der Aktionsplan trage so dazu bei, die Produktion von Lebensmitteln von hoher Qualität sicherzustellen, die den Erwartungen der Konsumenten und der Gesellschaft entsprechen würden.

Der Entwurf des Aktionsplans wurde durch die Bundesämter für Landwirtschaft, für Umwelt, für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen sowie durch das Staatssekretariat für Wirtschaft und Agroscope erarbeitet. Als Grundlagen dienten die Arbeiten von vier Expertengruppen sowie zwei Seminare mit den betroffenen Kreisen

Abwägung von Nutzen und Kosten

Die Pflanzenschutzindustrie will den Aktionsplan kritisch analysieren und ihr Knowhow in die Vernehmlassung einbringen. «Grundsätzlich unterstützen wir den risikobasierten Ansatz sowie die Ziele und Massnahmen, welche auf wissenschaftliche Kriterien basieren. Eine umfassende Abwägung von Nutzen und Kosten der einzelnen Massnahmen sowie die Beurteilung deren Auswirkung auf die landwirtschaftliche Inlandsproduktivität sind dabei zentral», sagt Michael Matthes, Vorsitzender der Gruppe Agrar von Scienceindustries. Die lokale landwirtschaftliche Produktion sei wichtig. Es brauche taugliche Massnahmen, damit die verwendeten Pflanzenschutzmittel dabei adäquat eingesetzt werden könnten. sum

Die Gruppe Agrar vereinigt Spezialisten im Bereich Pflanzenschutz der Mitgliedunternehmen von Scienceindustries, dem Wirtschaftsverband Chemie Pharma Biotech.

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