27.08.2013 14:54
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/afp
Pflanzenschutz
Auch Bayer ficht Pestizid-Vebot an
Auch der Chemiekonzern Bayer ficht das EU-Verbot seiner Pflanzenschutzmittel an, die nach Angaben der EU Honigbienen gefährden. Die Pflanzenschutz- und Saatguttochter Bayer Crop Science habe bereits Mitte August Klage gegen das Verbot eingereicht, sagte am Dienstag ein Sprecher.

Bayer Crop Science fordere Klarheit über die Verlässlichkeit rechtlicher Rahmenbedingungen: Die beiden Pflanzenschutzmittel Imidacloprid und Clothianidin seien seit vielen Jahren auf dem Markt, sie seien umfassend geprüft und zugelassen worden. 

EU-Kommission hat sich über Regeln hinweggesetzt

Der Sprecher von Bayer Crop Science sagte, das Unternehmen habe Klage beim europäischen Gericht Erster Instanz in Luxemburg eingereicht. Die Klage werde nun geprüft. Bayer Crop Science gehe es darum, dass das Unternehmen «im Hinblick auf künftige Investitionsentscheidungen verlässliche Rahmenbedingungen» brauche. 

Die EU-Kommission habe sich mit dem Verbot eines bereits zugelassenen Mittels über bestehende Regeln hinweggesetzt. Laut Pflanzenschutzrichtlinie dürften bestehende Produktzulassungen nur zurückgenommen werden, wenn es neue Fakten gebe. «Unserer Meinung nach gibt es keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse.»

Auch Mittel von BASF verboten 

Die Agrarchemie-Branche führt immer wieder an, dass für das Bienensterben in Europa nicht ihre Produkte die Ursache sind, sondern eine Vielzahl von Einflüssen wie etwa Milben und Viren. Die EU sieht das anders.  

Im Juli hatten sich die EU-Mitgliedstaaten mit grosser Mehrheit dafür ausgesprochen, auch den Einsatz des Insektizids Fipronil des deutschen Herstellers BASF weitgehend zu verbieten. Die EFSA hatte davor gewarnt, dass die Chemikalie ein «akutes Risiko» für Honigbienen darstelle. Unter anderem soll die Behandlung von Mais- und Sonnenblumen-Samen ab dem Jahresende verboten sein.

EU-Kommission gibt sich gelassen 

Ein Vertreter der EU-Kommission teilte mit, die Entscheidung§ Syngentas sei «zur Kenntnis genommen» worden, das juristische Vorgehen werde jedoch nicht die Umsetzung des Verbots durch die Mitgliedstaaten beeinträchtigen. «Die Kommission hat ihre Entscheidung auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und Schlussfolgerungen von EFSA getroffen.»

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