11.04.2019 16:49
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/afp
Frankreich
Bauer bekommt gegen Monsanto Recht
Im Rechtsstreit um Gesundheitsschäden mutmasslich durch ein Unkrautvernichtungsmittel der Bayer-Tochter Monsanto hat ein französischer Landwirt erneut Recht bekommen. Er fordert von Monsanto Schadenersatz in der Höhe von über 1 Million Euro.

Das Agrochemieunternehmen Monsanto musste in Frankreich eine weitere Niederlage einstecken, berichtet die Nachrichtenagentur afp. Das Berufungsgericht in Lyon entschied am Donnerstag, Monsanto sei wegen «fehlerhafter Produkte» verantwortlich.

Seit 2007 verboten

Der heutige Biobauer Paul François leidet unter schweren Gesundheitsprobleme. Diese führt er auf das inzwischen verbotene Herbizid Lasso von Monsanto zurück. Der Landwirt setzte das Pflanzenschutzmittel auf seinen Feldern. Lasso ist seit 2007 in Frankreich verboten

François sagte aus, unter schweren neurologischen Schäden zu leiden, seit er 2004 Dämpfe des Herbizids einatmete. Die verschiedenen Instanzen gaben dem Landwirt Recht. So die Instanz 2012 und im Berufungsverfahren 2015. Monsanto ergriff in der Folge Rechtsmittel. Seit Anfang Februar verhandelte das Berufungsgericht in Lyon wieder über den Fall.

Gedächtnislücken und Sprachschwierigkeiten

François klagt das US-Unternehmen, das heute zu Bayer gehört, auf mehr als eine Million Euro Schadenersatz ein. Er habe er Gedächtnislücken, unerklärliche Kopfschmerzen und Sprachschwierigkeiten. Die Hinweise auf die gesundheitsschädigende Wirkung seien bei Lasso nicht ausreichend gewesen, sagte der Landwirt vor Gericht.

Monsantos Rechtsanwälte sahen keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen den Gesundheitsproblemen von Paul François und dem Herbizid.

Monsanto auch mit Roundup unter Druck

In den USA war Monsanto im August zur Zahlung von Schadenersatz an einen früheren Hausmeister verurteilt worden, der das Herbizid Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich macht. Ende März befand eine Jury in einem weiteren Verfahren zudem, dass Monsanto nicht ausreichend vor den Risiken des Einsatzes von Roundup gewarnt habe.

Monsanto muss demnach fast 81 Millionen Dollar (81 Millionen Franken) an einen an Krebs erkrankten Kläger aus den USA zahlen. Tausende weitere Klagen sind in den Vereinigten Staaten anhängig.

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