8.11.2014 06:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Pflanzenschutz
Bauern haben sauber gespritzt
103 Pflanzenproben haben BLW und Kantone auf Insektizide analysiert. Nur einmal gab es etwas zu beanstanden. Bauernverbandspräsident Markus Ritter und Ruedi Fischer von den Kartoffelproduzenten sind erfreut.

Im ÖLN ist die Pflanzenschutzsaison im Ackerbau seit letzter Woche vorbei. Die Produzenten haben sich beim Spritzen an die Vorschriften gehalten. Das zeigen die  Stichprobenkontrollen im ÖLN, die das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zusammen mit den Kantonen auch dieses Jahr wieder durchgeführt hat.

103 Proben

Dazu wurden 103 Pflanzenproben auf den Feldern genommen und im Labor auf Insektizide analysiert – 40 im Weizen, eine in der Gerste, 15 im Mais, 41 im Kartoffelbau, eine in den Zuckerrüben und drei im Rebbau. Betroffen von den Kontrollen waren sämtliche Ackerbaukantone.

Die Bilanz des BLW fällt für die Bauern äusserst positiv aus. Laurent Nyffenegger vom BLW: «Im Weizenanbau gab es eine einzige Beanstandung, in den übrigen Kulturen wurden keine Vergehen festgestellt.» Bei der angesprochenen Beanstandung aus dem Kanton Bern wurde kein verbotenes Mittel eingesetzt, sondern es war vor dem Spritzen keine Sonderbewilligung eingeholt worden.

2010 noch 16 Beanstandungen

Ein weiteres Jahr in Folge ist die Zahl der unerlaubten Pflanzenschutzmitteleinsätze damit gesunken. 2010 kam es noch in 16 Fällen zu Sanktionen und zu einer effektiven Kürzung der Direktzahlungen von gesamthaft 12'583 Franken. Gemäss Vorgaben der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz wird der Flächenbeitrag der betroffenen Fläche bei einem Verstoss gegen die ÖLN-Richtlinien um 60 Prozent gekürzt. 2011 wurden acht Verstösse mit Direktzahlungskürzungen von sogar 17'944 Franken sanktioniert.

2012 war der Schädlingsdruck im Getreideanbau schwach, sodass kaum Insektizide nötig wurden, und letztes Jahr registrierten BLW und Kantone zwei Verstösse wegen fehlender Sonderbewilligungen im Kartoffelbau.

Gutes Image

Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes, freut sich ob den Resultaten: «Sie zeigen, dass die Schweizer Bauern sehr sorgfältig mit Pflanzenschutzmitteln umgehen. Dafür verdienen sie mein Lob.» Die gute Ausbildung und auch der Einsatz moderner Applikationstechnik hätten ihre Wirkung nicht verfehlt, so Ritter. «Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für das Image der Landwirtschaft.»

Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung der Schweizerischen Kartoffelproduzenten, bestätigt: «Das Resultat freut uns. Wir sind bestrebt, die Pflanzenschutzmittel korrekt einzusetzen. Unter anderem bei der Drahtwurmproblematik sind wir  aber dringend auf neue, wirksame Mittel angewiesen.»

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