12.07.2018 12:23
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Kommunikation
«Bauern wollen noch besser werden»
Der Schweizer Bauernverband (SBV) geht beim Pflanzenschutz in die Offensive: Um bei Konsumentinnen und Konsumenten das Verständnis für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu fördern, hat er eine Broschüre zum Thema herausgegeben. Auf dem Betrieb von Ana Maria und Markus Lüscher in Schalunen BE zeigte er, wo die Schweizer Landwirtschaft steht und wohin sie will.

Für die Bauern sind Pestizide ein Paradoxon: Auf der einen Seite akzeptieren Händler und Konsumenten kein Obst oder Gemüse mit Pilzflecken, Läusen oder Drahtwurmlöchern, wie der SBV am Donnerstag in einer Mitteilung schreibt. Auf der anderen Seite lehnten sie Pflanzenschutzmittel wegen möglicher Rückstände im Wasser und in den Lebensmitteln ab.

Pflanzenschutzmittel sind Kostenfaktor

Die Devise beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln laute: So wenig wie möglich, so viel wie nötig, schreibt der SBV. "Denn Pflanzenschutzmittel sind ein Kostenfaktor. Deshalb ergreifen die Bauernfamilien Vorbeugemassnahmen wie Fruchtfolgen, den Einsatz von robusten Sorten oder eine geeignete Bodenbearbeitung. Sie arbeiten mit modernen Maschinen und Techniken, die zielgenau arbeiten und Abdrift verhindern", heisst es weiter. Die Bauern schützen ihre Pflanzen nicht "zum Spass", sondern stellen so eine verkäufliche Ernte sicher.

Die Landwirtinnen und Landwirte seien sich bewusst, dass es Rückstände gebe, die kleinere und mittlere Oberflächengewässer belasten. Auch dass sich negative Auswirkungen erst nach Jahren feststellen liessen, sei ein Problem. Aus diesem Grund setze sich der SBV dafür ein, dass die über fünfzig Massnahmen aus dem «Aktionsplan Pflanzenschutz» umgesetzt würden und dass praxisnah geforscht werde.

Bei mangelndem Schutz mehr Importe

Die Bereitschaft der Bauern, an Verbesserungen zu arbeiten, nimmt deutlich zu. So nimmt gemäss der Mitteilung an einem Berner Pflanzenschutzprojekt im zweiten Jahr ein Fünftel mehr Betriebe teil als noch im ersten Jahr - insgesamt fast deren 3200. Beim Projekt gehe es beispielsweise darum, die Gewässerqualität zu verbessern oder neue Sorten und Anbautechniken zu nutzen. Grosses Potenzial wird auch der Aus- und Weiterbildung zugeschrieben. 

Der Bauernverband weist darauf hin, dass bei mangelndem Schutz von einheimischen Kulturen der Import von Lebensmitteln steigt. "Die offiziellen Kontrollen zeigen, dass damit Lebensmittel mit mehr Rückständen ins Land kommen. Dazu kommen die Auswirkungen des gesetzlich weniger geregelten Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln auf die Umwelt in den Herkunftsländern", hält der SBV fest.

Neue Broschüre

Es brauche nicht in erster Linie neue Gesetze und Regelungen rund um den Pflanzenschutz, sondern die konsequente Umsetzung der bestehenden sowie die systematische Nutzung von Alternativen, teilt der Verband in Anlehnung an die Trinkwasser-Intiative und Pestizid-Verbots-Initiative weiter mit. "Die Bauern arbeiten intensiv daran, noch besser zu werden", betont der SBV. 

Mit einer am Donnerstag vorgestellten Broschüre will der Schweizer Bauernverband nun das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten gewinnen. Diese enthält die Erläuterungen über die Ausgangslage sowie die Herausforderungen und Lösungsansätze für Bauern im Pflanzenschutz.

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