5.03.2014 17:10
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Gewässerverschmutzung
Bauernverband fordert vertiefte Abklärungen
Die von der Eawag ermittelten Pflanzenschutzmittelrückstände und Biozide in Schweizer Gewässern sorgte am Mittwoch für Schlagzeilen. Der Grossteil der Pestizidbelastung wird der Landwirtschaft zugeschrieben. Der Schweizer Bauernverband fordert nun eine Analyse, woher die Rückstände stammen und wie sie in die Gewässer gelangen.

Im Auftrag des Bundes hat die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz Eawag zusammen mit fünf Kantonen in fünf Flüssen sämtlichen lösliche synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Bioziden nachgespürt. Von rund 300 zugelassenen und analytisch nachweisbaren Wirkstoffen fanden die Forscher 104 in den Flüssen, 82 davon waren Pflanzenschutzmittel.

Weitere Untersuchungen vonnöten

Der Schweizer Bauernverband nimmt die Resultate ernst, heisst in einem Communiqué von Mittwoch. Nun müssten weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Es sei nun wichtig herauszufinden, woher die Rückstände stammten und wie sie in die Gewässer gelangten.

«Ganz so sauber, wie immer wieder betont, scheinen die Schweizer Gewässer doch nicht zu sein», liess sich Juliane Hollender, Leiterin der Eawag-Abteilung für Umweltchemie, im Communiqué der Eawag vom Mittwoch zitieren. Die Studie mit einer nahezu kompletten Detektion aller Pestizide trage viel dazu bei, den relevantesten Wirkstoffen auf die Spur zu kommen, heisst es weiter. Diese würden nun gezielter überwacht.

Aktionsplan Pflanzenschutz

Der Bauernverband betont, dass zuerst weitere Abklärungen vorgenommen werden müssen, bevor gezielte Massnahmen ergriffen würden. „Zu beachten ist, dass beispielsweise Unkrautvernichtungsmittel – die den Hauptteil der belasteten Proben ausmachten – nicht ausschliesslich in der Landwirtschaft eingesetzt werden“, mahnt der SBV.

Das Thema müsse im Aktionsplan Pflanzenschutz (Postulat Moser), dessen Erarbeitung im Frühling 2014 beginnt, vertieft werden. Dabei seien sämtliche Anwendungsbereiche von Pflanzenschutzmitteln einzubeziehen, hält der SBV fest.

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