5.09.2018 18:22
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Pflanzenschutz
D: Glyphosat-Absatz sinkt deutlich
In Deutschland ist der Verkauf von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren gesunken. Die Schwelle von 4000 Tonnen wurde nach unten durchbrochen. Dies berichtet Spiegel Online. Auch in der Schweiz sind die Verläufe rückläufig.

Glyphosat steht heftig in der Kritik. Verschiedene Kreise wollen den Einsatz des Herbizids verbieten. Der Absatz ist rückläufig.

Auch in der Schweiz rückläufig

In Deutschland wurde 2016 deutlich weniger glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel verkauft als in den Jahren zuvor. Wurden 2012 noch fast 6000 Tonnen abgesetzt, sank die Menge 2016 auf 3780 Tonnen. 2015 lag der Absatz noch bei 4315 Tonnen. Das geht aus einer kleinen Anfrage der FDP an die deutsche Regierung hervor.

Der Verkauf schwankt je nach Wetterlage, Unkraut und Preisen von Jahr zu Jahr. Doch erstmals sank der der Wert im Sechs-Jahres-Vergleich unter die Schwelle von 4000 Tonnen. Letztmals weniger Glyphosat verkauft wurde im Jahr 2003 mit 3500 Tonnen. Laut einer Umfrage unter konventionellen Landwirten behandeln sie jedes Jahr im Schnitt knapp 40 Prozent ihrer Ackerfläche mit Glyphosat. Grösster Einzelabnehmer ist die Deutsche Bahn mit rund 68 Tonnen, berichet Spiegel Online.

In der Schweiz ist der Glyphosat-Verkauf ebenfalls rückläufig. Wurden 2014 noch fast 300 Tonnen verkauft, so sank die Menge 2016 um 92 Tonnen auf noch 204 Tonnen. Der höchste Wert in diesem Zeitraum (2008 bis 2016) wurde 2008 beobachtet. Damals wurden fast 350 Tonnen Glyphosat verkauft.

Krebserregend?

Das Herbizid ist umstritten. Die EU-Staaten hatten Ende November 2017 nach langem Streit beschlossen, die Zulassung von Glyphosat um fünf Jahre zu verlängern. Darauf hin hatte es massive Proteste gegeben.

Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte den unter dem Marktnamen Roundup bekannten Unkrautvernichter im März 2015 als «wahrscheinlich krebserregend» für den Menschen eingestuft. Der Wirkstoff war in den 1970er-Jahren von Monsanto auf den Markt gebracht worden und wird als Breitbandherbizid in der Landwirtschaft, im Gartenbau, der Industrie und Privathaushalten eingesetzt.

Aufsichtsbehörden in der EU kamen hingegen zu dem Schluss, dass von Glyphosat keine Gefahr für die Gesundheit von Menschen ausgeht. Ende November hatten die EU-Staaten nach langem Streit beschlossen, die Zulassung für Glyphosat um fünf Jahre zu verlängern.

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