6.06.2016 15:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Glyphosat
Das Glyphosat-Gezerre geht weiter
Die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat innerhalb der EU läuft Ende des Monats aus. Damit das nicht geschieht, müsste jemand eine Entscheidung treffen. Doch die EU-Staaten sind zerstritten. Ein Überblick über die nächsten Schritte.
  • Wie geht es weiter?

Nachdem die nötige Mehrheit am Montag für eine Verlängerung der Zulassung nicht zustande gekommen ist, wird eine weitere Sitzung nationaler Experten nötig - möglicherweise am 20. Juni. Wenn es dann nichts wird, wäre die EU-Kommission am Zug - die Behörde ist für eine Verlängerung. Sie würde Klagen von Konzernen wie dem Glyphosat-Hersteller Monsanto riskieren, wenn die aktuelle Zulassung Ende Juni einfach ausliefe.

  • Was kann die Brüsseler Behörde tun?

Die EU-Kommission ist bemüht, den Druck auf die EU-Staaten aufrechtzuerhalten. «Es liegt an den Mitgliedsstaaten, ihre Verantwortung wahrzunehmen», sagte ein Sprecher. «Es wird nicht möglich sein, sich hinter der Kommission zu verstecken.» Er verwies zudem auf die Sitzung der EU-Kommissare am (morgigen) Dienstag, bei der über das Thema diskutiert wird.

  • Warum noch eine Verlängerung - gab es nicht schon eine?

Die Glyphosat-Zulassung wurde bereits um sechs Monate bis Ende Juni verlängert. Eine erste Verlängerung gab es bereits schon im Jahr 2012. Die nötige Mehrheit für eine Neuzulassung ist jedoch nicht in Sicht - daher die Zwischenlösung. Innerhalb der kommenden anderthalb Jahre wird eine Stellungnahme der europäischen Chemikalienagentur Echa erwartet, die, so die Hoffnung in Brüssel, mehr Klarheit schaffen soll.

  • Wo wird Glyphosat eingesetzt?

Glyphosat ist als Wirkstoff in einer ganzen Reihe von Pflanzenschutzmitteln enthalten. Es wird vor allem dazu genutzt, Unkraut beim Anbau von Feldfrüchten zu bekämpfen. Auch auf Getreide- oder Rapsfeldern kommt es vor der Aussaat zum Einsatz.

  • Warum ist es so umstritten?

Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Experten sind sich allerdings über die Forschungsergebnisse uneins. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass aus den zulässigen Glyphosat-Rückständen in Lebensmitteln kein gesundheitliches Risiko zu erwarten sei. Umweltschützer warnen jedoch vor Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE