13.11.2015 07:55
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Erosion
Die Punkteliste ist vom Tisch
Wenn ab 2017 Erosion auftritt, soll der Bauer selber über das Vorgehen entscheiden. Entweder setzt er selber Massnahmen um, oder er wendet sich an eine Fachstelle. Das BLW gibt den Vorschlag 2016 in die Anhörung.

Die umstrittene Punkteliste zum Erosionsschutz ist vom Tisch.   «Es wird  ab 2017  keine ÖLN-Regelung mittels Checkliste oder  Punktesystem geben», weiss Daniel Widmer vom Strickhof in Lindau ZH. Darauf hätten sich die  Produzentenorganisationen und der   Bauernverband zusammen mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)  geeinigt: «Wir werden das System mit der   Punkteliste nicht weiterverfolgen. Zur Diskussion steht nun ein zweigleisiges Vorgehen. So kann  ein Landwirt bei einem Erosionsfall  selber Massnahmen ergreifen oder zusammen mit einer  offiziellen Stelle  einen  Massnahmenplan erarbeiten.»

Samuel Vogel vom BLW bestätigt: «Die Bauern  sollen selber wählen können.  Wenn sie eigenverantwortlich handeln, haben sie kaum administrativen Aufwand, riskieren aber bei einem erneuten Auftreten  von bewirtschaftungsbedingter Erosion Direktzahlungskürzungen. Der Weg mit dem Massnahmenplan bringt mehr Aufwand,  dafür trägt der Bauer nur die Verantwortung, diesen einzuhalten.» Das BLW wird die konkreten Vorschläge im Rahmen der  Anhörung zum Sommerpaket 2016 Anfang des nächsten Jahres präsentieren.

Damit hat sich der Kampf der Produzenten gegen eine praxisfremde Regelung gelohnt. Eigentlich sollte   ab diesem Jahr nämlich  bereits das erstmalige Auftreten von  bewirtschaftungsbedingter Erosion als Verstoss gelten.  Um Kürzungen der Direktzahlungen zu vermeiden, hätten die Bauern zeigen müssen, dass sie  Massnahmen  gegen die Erosion auf der betroffenen Parzelle ergriffen hatten. Dies anhand  eines Beurteilungsformulars, einer   «Punkteliste», in der  sie  vier Punkte hätten erreichen müssen – was  insbesondere den Kartoffelbau in Hügellagen  erschwert oder gar verunmöglicht hätte. Die Bauern machten   deshalb beim  BLW  geltend, dass diese  Bestimmungen  nicht umsetzbar seien.

Entsprechend  erleichtert ist Ruedi Fischer, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Kartoffelproduzenten: «Wir sind zufrieden, dass das BLW unsere Einwände berücksichtigt hat. Wichtig ist, dass die  Eigenverantwortung der Bauern gestärkt wird.» Nun werde man die Anhörung des Sommerpakets  2016 abwarten, so Fischer: «Die Erosionsüberwachung darf keinesfalls dazu  führen, dass ein neuer Kontrollapparat aufgebaut wird. Sie soll zwingend im Rahmen der ÖLN-Kontrollen erfolgen.»

 

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