Freitag, 18. Juni 2021
10.02.2015 08:45
Frankreich

F: 50% weniger Pflanzenschutzmittel

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Von: AgE

Die Schwerpunkte des neuen Plans der französischen Regierung zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes (Ecophyto) hat Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll jetzt vorgestellt. Ziel sei es, die gesamte Branche und vor allem die Landwirte bei dem Wechsel hin zu dem angestrebten neuen Modell ganzheitlich zu begleiten.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln solle bis 2020 um 25% und bis 2025 um 50% reduziert werden, betonte der Minister anlässlich einer Veranstaltung zu „Ein Jahr Agrarumweltpolitik“, auf der er sein Vorhaben präsentierte. Im Juni dieses Jahres will der Ressortchef nach dem Konsultationsverfahren den neuen Ecophyto-Plan vorlegen. Im zweiten Halbjahr 2015 sollen die neuen Aktionsmassnahmen erarbeitet werden.

Obstbauern verärgert

Zu den insgesamt sechs Schwerpunkten gehören die Weiterentwicklung der Ausbringungspraktiken, die Verbesserung der Kenntnisse, die Förderung von Forschung und Innovationen, die Evaluierung der Risiken und Einflüsse von Pflanzenschutzmitteln sowie die Umsetzung in den Regionen und in der Branche. Ausserdem soll noch schneller in öffentlichen Gärten und Grünanlagen auf Pflanzenschutzmittel verzichtet und schliesslich die Kommunikation über den Ecophyto-Plan intensiviert werden.

Harsche Kritik an den Plänen von Le Foll zur Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes gab es unterdessen vom französischen Verband der Obsterzeuger (FNPF). Dessen Präsident Luc Barbier zeigte sich enttäuscht, dass das Agrarressort die Leistungen der Obstbauern nicht honoriere sowie über die Art und Weise, „wie uns der Minister betrachtet“. Barbier warf Le Foll „ideologischen Dogmatismus“ vor, bei dem jegliche Form des wirtschaftlichen Fortschrittes abgelehnt werde.

Mehrwert für Umwelt?

Beim geplanten Ecophyto-Programm werde nirgends auf die von den Landwirten seit 30 Jahren erbrachten Fortschritte eingegangen, die bereits zu einer Halbierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes geführt hätten. Die Aufwendungen seien von 120’000 t auf 60’000 t zurückgegangen. Barbier wies zudem darauf hin, dass die Obstbauern beispielsweise längst biologische Verwirrungsmethoden anwendeten.

Zudem sei offen, wie der „Mehrwert für die Umwelt“ durch Ecophyto 2 ökonomisch bewertet werden solle. Ausserdem zeigte sich der FNPF-Präsident in dem Zusammenhang besorgt über den Rückgang der Zahl der Landwirte sowie die Kürzung der staatlichen Mittel für Forschung sowie für den Haushalt der Landwirtschaftskammern.

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