Mittwoch, 25. November 2020
29.10.2020 14:55
Pflanzenschutz

F: Notfallzulassung bei Rüben

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Von: aiz

In Frankreich darf in der kommenden Saison Saatgut von Zuckerrüben wieder mit Neonicotinoiden behandelt werden, da nach der Zustimmung des französischen Parlaments Anfang Oktober zu einer Notfallzulassung für Neonicotinoide jetzt nun auch der Senat grünes Licht dafür gab.

Ab Mitte Dezember sollen die in der EU verbotenen Neonicotinoide in Frankreich wieder verwendet werden dürfen. Bis zur Aussaat im Frühjahr steht damit den französischen Rübenanbauern wieder Saatgut mit heiss diskutierten Wirkstoffen zur Verfügung.

Bis 2023

Die französischen Rübenanbauern beklagen die Verbreitung des Vergilbungsvirus durch Blattläuse, die ihrer Ansicht nach ohne Neonicotinoide nicht bekämpft werden können. Der französische Landwirtschaftsminister Julien Denormandie setzt sich ebenfalls für die Notfallzulassung bis 2023 ein, weil es für Neonicotinoide keine Alternative gebe. 

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Notfallzulassungen zum Teil nicht gerechtfertigt sind. Zumindest für einen Teil der bienengefährdenden Wirkstoffe gebe es Alternativen, erklärt die EFSA. Zudem kritisierten EU-Mitgliedstaaten, die sich an ein EU-weites Verbot halten, die Notfallzulassungen, weil die Ausnahmen den Wettbewerb verzerrten. Die Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sind in der EU verboten. Die EU-Kommission lehnte im Februar Notfallzulassungen in Rumänien und Lettland ab. 

Schweiz entscheidet bis Ende Oktober

Auch in der Schweiz steht derzeit kein wirksames Mittel gegen die Viröse Vergilbung zur Verfügung. Viele Pflanzer in den westlichen Anbaugebieten verzeichnen deshalb grosse Ertragseinbussen. Das Bundesamt für Landwirtschaft will bis Ende Oktober entscheiden, ob auch in der Schweiz eine befristete Notfallzulassung erteilt wird.

Milder Winter fördert Virus

Die Viröse Vergilbung ist weltweit verbreitet und die wirtschaftlich bedeutendste Krankheit bei den Zuckerrüben. Das BYV (Beet Yellow Virus) genannte Virus wird von Blattläusen beim Saugen übertragen. In der Schweiz sei vor allem die grüne Blattlaus ein Problem, sagt Samuel Jenni von der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau. Dieser sei mit Nützlingen schwerer beizukommen als etwa der schwarzen Blattlaus. Weil der letzte Winter mild war, ermöglichte er den Blattläusen eine Lebendüberwinterung. Deshalb gab es die ersten Symptome für die Viröse Vergilbung in der Schweiz dieses Jahr bereits am 8. Juni im Chablais, so früh wie noch nie. In den westlichen Anbaugebieten dürften zwischen 80 und 90 Prozent der Felder befallen sein. Noch weniger verbreitet aber ebenfalls vorhanden ist das Virus östlich von Bern.

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