Sonntag, 19. September 2021
24.04.2021 11:55
Pflanzenschutz

Fenaco: Zentrum für nachhaltigen Pflanzenschutz eröffnet 

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Von: lid

In Aesch BL eröffnet die Fenaco ihr neues Zentrum für nachhaltigen Pflanzenschutz. Damit soll die Einführung innovativer Technologien in der Schweizer Landwirtschaft vorangetrieben werden.

Die Eröffnung von Agroline Bioprotect in Aesch sei ein Meilenstein für den nachhaltigen Pflanzenschutz in der Schweiz, sagte Fenaco-Chef Martin Keller an der Medienkonferenz. Die Fenaco wolle eine führende Rolle im alternativen Pflanzenschutz einnehmen.

«Lebendiger Obstgarten»

Die wichtigste Rolle, welche die Fenaco übernehmen könne, sei die Übertragung der Forschungsergebnisse in die landwirtschaftliche Praxis zusammen mit den Landwirtinnen und Landwirten. Die Genossenschaft leite aus Forschungsergebnissen konkrete Lösungen für Feld und Stall ab.

Als Beispiel nannte Keller das Projekt «Lebendiger Obstgarten», das letztes Jahr lanciert worden ist. Auf Basis von Forschungsergebnissen in Zusammenarbeit mit Agroscope umfasst es sechs konkrete Punkte, um den ökologisch wertvollen Obstanbau in der Schweiz zu fördern. Dabei geht es unter anderem um Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung, die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und höhere Biodiversität.

«Mit dem neuen Standort schaffen wir die Grundlage für die Weiterentwicklung des nachhaltigen, alternativen Pflanzenschutzes», zeigte sich Keller überzeugt.

Natürlichen Pflanzenschutz fördern

Michael Feitknecht, Leiter von Fenaco Pflanzenbau, stellte das Konzept des Integrierten Pflanzenschutzes vor. Es bestehe aus präventiven Massnahmen, Entscheidungshilfen und der nicht-chemischen Bekämpfung. Erst als letztes Mittel kommen chemische-synthetische Mittel zum Einsatz, wenn die Kombi der anderen Methoden nicht gewirkt hat.

Unter die präventiven Massnahmen fallen z.B. robustere Sorten. Ist eine Sorte robust, braucht es gar keine weiteren Massnahmen. Entscheidungshilfe ist zum Beispiel ein Schädlingsmonitoring, das warnt, wenn sich Befall abzeichnet. Und dann könnten nicht-chemische Massnahmen zum Einsatz kommen. «Genau dies ist das Gebiet von Agroline Bioprotect», erklärte Feitknecht.

Er verwies auf das erfolgreiche Beispiel des gezielten Einsatzes von Schlupfwespen gegen den Maiszünsler. «Der Griff zum Pflanzenschutzmittel sollte die letzte Massnahme sein, das sogenannte last resort», so der Pflanzenbau-Leiter. «Ganz ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel geht es heute nicht», so Feitknecht. «Aber wir arbeiten daran, dass die Landwirtinnen und Landwirte dieses letzte Mittel immer seltener benutzen müssen.»

Kapazitäten massiv ausgebaut

«Die Nachfrage nach alternativen Pflanzenschutzmethoden steigt jährlich um rund 15 Prozent», sagt Regina Burger, Leiterin von Agroline Bioprotect. Sie fährt fort: «Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, haben wir die Kapazitäten am bestehenden Standort in Aesch bei Basel massiv ausgebaut.» Das neue, rund 1700 m2 grosse Zentrum für nachhaltigen Pflanzenschutz wurde am 22. April 2021 offiziell eröffnet.

Es umfasst Labors für Mikro- und Makroorganismen, eine Nützlingszucht sowie einen Logistikbereich für den Versand der Nützlinge an mehrere tausend Kundinnen und Kunden in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Die Produktionskapazitäten für die Schlupfwespen wurden verdreifacht.

Nützlinge sind ein wichtiger Produktionsfaktor für die Schweizer Landwirtschaft. Sie kommen als natürliche Feinde von Schädlingen in der Natur vor und ernähren sich mehr oder weniger spezifisch exklusiv vom Zielschädling

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