22.04.2018 14:45
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Pflanzen
Feuerbakterium breitet sich aus
In Spanien breitet sich das Feuerbakterium Xylella fastidiosa weiter aus. Der auf dem spanischen Festland im Sommer vergangenen Jahres erstmals festgestellte Phytoerreger ist Anfang dieses Monats auch in der Region Madrid und nun in Andalusien entdeckt worden.

Wie die andalusische Regionalregierung letzte Woche  berichtete, wurde in einem Gewächshaus bei Almería im Rahmen routinemässiger behördlicher Kontrollen bei Zierpflanzen der Art Myrten-Kreuzblume das Bakterium festgestellt. Von insgesamt 400 untersuchten Proben in dieser Produktionsanlage seien drei positiv auf Xylella fastidiosa getestet worden.

Die Regionalregierung bemühte sich um Beruhigung. Es handele sich um wenige Funde in einem Gewächshaus und damit in einem abschliessbaren Raum. Eine Verbreitung des Keims aus einem Gewächshaus heraus könne leichter unterbunden werden als bei Pflanzen im Freiland. Ausserdem seien sofort Hygienemassnahmen eingeleitet worden.

Kein Gegenmittel

In der Region Madrid bereitet derzeit ein Ausbruch von Xylella fastidiosa im Freiland Sorgen. Südöstlich der Hauptstadt, in der Nähe von Villarejo de Salvanés, wurde der Erreger kürzlich an einem Olivenbaum nachgewiesen. Gegen Xylella fastidiosa, das zahlreiche Nutzpflanzen erheblich schädigen kann, gibt es bislang kein Gegenmittel.

Wird ein Befall festgestellt, müssen in einem Umkreis von 100 m potentielle Wirtspflanzen entfernt und Insektizide gegen die übertragenden Insekten eingesetzt werden. In einem Umkreis von 10 km ist eine Verstärkung der Kontrollen vorgeschrieben. Xylella fastidiosa stammt ursprünglich aus Nord- und Südamerika.

Im Jahr 2013 wurde das Bakterium erstmals in Europa gefunden, und zwar in Süditalien. Dort führte es zu grossen Schäden im Olivenanbau. In Spanien erstmals aufgetreten ist der Erreger auf Mallorca im Herbst 2016.

Auch in Deutschland

Im Juli 2017 gab es den ersten Nachweis auf dem spanischen Festland, in der Region Alicante. Xylella fastidiosa wurde in den zurückliegenden Jahren ausserdem auf Korsika und in Südfrankreich gefunden. Und auch in Deutschland gab es bereits einen Nachweis.

Mitte 2016 wurde ein Oleander im sächsischen Pausa positiv getestet. Der Befallsherd wurde laut Angaben der Dresdner Landesregierung vollständig getilgt, und es kam zu keiner weiteren Verschleppung. Daher gelte Deutschland seit vorigem Monat nicht mehr als Befallsland. s


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