Montag, 27. September 2021
19.01.2012 08:24
Uri

Flechtenrückgang – Luftqualität im Kanton Uri ungenügend

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Von: sda

Die Luft im Urner Reusstal ist schlecht. Den Beweis dazu liefern die Baumflechten, die sich immer rarer machen. Der Kanton Uri hofft, dass der Gotthard-Basistunnel und die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene die Lage verbessern werden.

Zwischen 2008 und 2010 wurden die Bäume im Kanton Uri nach Flechten abgesucht und diese gezählt. Das Ergebnis sei ernüchternd, teilte der Regierungsrat am Mittwoch mit, als er die Luftgütekarte vorstellte. Das rare Vorkommen der Flechten mache deutlich, dass in weiten Teilen des Urner Reusstales die Luftqualität ungenügend sei.

Je dreckiger die Luft, desto weniger Flechten

Flechten bilden Polster auf Baumrinden. Die Nahrung nehmen sie praktisch ungefiltert über die Luft und den Regen auf. Sie reagieren deshalb empfindlich auf Schadstoffe. Je dreckiger die Luft, desto weniger Flechten besiedeln die Baumstämme.

Gemäss der Flechtenzählung ist die Luftqualität im Zentrum von Altdorf und im Industriegebiet von Schattdorf kritisch. Eine immerhin starke Belastung wurde über fast den ganzen Talboden von Flüelen bis Göschenen (ausser Amsteg und Silenen) festgestellt.

Viele Betroffene

In den Gebieten mit einer kritischen oder starken Luftbelastung leben 15’000 Personen oder 45 Prozent der Kantonsbevölkerung. Diese seien mehr oder weniger dauernd einer Luftbelastung ausgesetzt, die bedenklich sei und zu Husten, chronischer Bronchitis oder Asthma führen könne, stellte der Regierungsrat fest.

Ein Blick auf die Luftgütekarte zeigt, dass die Luft vor allem entlang der A2 schlecht ist. Die wichtigste Massnahme für die Verbesserung der Luftqualität ist für den Regierungsrat deshalb der Bau des Gotthard-Basistunnels und die Verlagerung der Güter auf die Schiene.

Auch klimatische Gründe für schlechte Luft

Dass so viele Urner einer schlechten Luft ausgesetzt sind, liegt auch daran, dass sie in einem engen Tal leben, das weniger gut durchlüftet wird als das Mittelland. Bilden sich Kaltluftseen, reichern sich die Schadstoffe zudem in Bodennähe an.

Der Regierungsrat vergleicht die Situation in Uri mit den Regionen Thun/Spiez und Bern, für die ebenfalls Luftgütekarten erstellt wurden. In Thun/Spiez gibt es kein Gebiet, das wie Altdorf einer kritischen Belastung ausgesetzt ist. In Bern beschränkt sich dieses auf das Stadtzentrum.

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