11.06.2018 07:13
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Frankreich will keine türkischen Kirschen
In Frankreich ist die von der Regierung erteilte Einfuhrgenehmigung für Kirschen aus der Türkei auf Kritik der Erzeuger gestoßen. Hintergrund ist das kürzlich von Paris erneuerte Importverbot für Kirschen, die mit Pflanzenschutzmitteln auf Basis des Wirkstoffs Dimethoat behandelt wurden.

Der Landwirtschaftsverband Coordination Rurale (CR) kritisierte am Montag vergangener Woche, die Anwendung des Insektizids sei in der Türkei noch zugelassen. Die Einfuhr von türkischer Ware sei daher besorgniserregend und beunruhigend.

Auf Kosten der Gesundheit

Die Handelspolitik der Regierung liberalisiere den Außenhandel zu Lasten der heimischen Landwirtschaft und auf Kosten der Gesundheit der Verbraucher. Kritik kam auch vom Verband der Obsterzeuger (FNPF). Es gebe keine Beweise dafür, dass die türkischen Kirschen nicht mit Dimethoat behandelt würden.

Laut CR produziert die Türkei mehr als 800 000 t Kirschen pro Jahr und damit mehr als 20 Mal so viel wie die französischen Erzeuger. Frankreich hatte 2016 erstmals die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Basis von Dimethoat unterbunden und keine Sondererlaubnis mehr für die Bekämpfung der Kirschessigfliege erteilt (AgE 16/16, Länderberichte 7). Zugleich wurde eine nationale Schutzklausel eingeführt, wonach die Vermarktung von Kirschen aus Ländern, in denen die Früchte mit dimethoathaltigen Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, untersagt werden kann. 

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