18.01.2018 16:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
EU
Glyphosat:Untersuchung zu Zulassung
Im EU-Parlament soll ein Sonderausschuss die Hintergründe der neuerlichen Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat untersuchen. Dies beschlossen am Donnerstag in Strassburg Parlamentspräsident Antonio Tajani und die Vorsitzenden der acht Fraktionen.

Der Sonderausschuss aus 30 Abgeordneten wird nach Angaben eines Sprechers voraussichtlich im März die Arbeit aufnehmen. Seine Mitglieder sollen untersuchen, wie die Zulassungen von Pflanzenschutzmittel in der EU generell zustande kommen - und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Genehmigung von Glyphosat legen.

Qualität von Studien

Geprüft werden soll unter anderem die «Qualität von Studien», auf die sich die Experten aus den EU-Mitgliedsstaaten sowie die EU-Agenturen für Lebensmittel und Chemikalien stützen.

Ferner soll der Ausschuss etwaige Einflussnahme der Industrie auf das Zulassungsverfahren prüfen. Auch mögliche Interessenkonflikte sollen unter die Lupe genommen werden. Dabei geht es nicht zuletzt um Berichte, nach denen der Glyphosat-Hersteller Monsanto massiven Einfluss auf Studien über die Auswirkungen des Herbizids auf die menschliche Gesundheit genommen haben soll.

Kritik an Glyphosat

Der Ausschuss werde dem «Monsanto-Skandal auf den Grund gehen», kündigte die belgische Sozialdemokratin Kathleen Van Brempt an. Und die Ko-Vorsitzende der Grünen im EU-Parlament, Ska Keller, sagte, es müsse genau untersucht werden, inwieweit «wissenschaftliche Standards oder Interessen der Agrarkonzerne die Entscheidung der Verantwortlichen lenken».

Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat war im November auf EU-Ebene für weitere fünf Jahre zugelassen worden. Das Herbizid steht im Verdacht, Krebs auszulösen. Umweltschützer fürchten zudem negative Folgen für Tier- und Pflanzenwelt.

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