Freitag, 25. Juni 2021
23.07.2020 15:57
Frankreich

Glyphosatverbot:Lange Übergangszeit

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Von: AgE

Laut einer Studie des Verbandes französischer Landtechnikhersteller (Axema), die im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums und des Amtes für Gesundheitsschutz (ANSES) durchgeführt wurde, wird für den Umstieg auf mechanische Alternativen als Ersatz für Glyphosat im Weinbau und in Obstbaumplantagen eine längere Übergangszeit benötigt.

„Es wird mindestens fünf Jahre dauern, bis alle 50’000 Wein- und Obstbaubetriebe ausgerüstet sind“, erklärte der Verband. Das liege auch daran, dass die Kapazitäten von Unternehmen im Agrarausrüstungssektor begrenzt seien.

Die derzeitige Produktion wird für den gesamten Markt auf jährlich 3’600 Einheiten geschätzt. „Selbst wenn die Produktion mit zwei oder dreimultipliziert wird, wird es nach unseren Berechnungen mindestens fünf Jahre ab dem Datum desmöglichen Verbots von Glyphosat dauern, bis alle französischen Wein- und Obstbaumbetriebe im Besitz entsprechender Geräte zur Unkrautbekämpfung sind“, erläuterte Axema-Präsident Frédéric Martin.

Eine schnelle Ausweitung des Produktionsumfangs werde durch das fehlende Eigenkapital in den Unternehmen sowie den Mangel an Fachpersonal behindert. Wie andere Industrieunternehmen litten auch die Landtechnikhersteller an einem Fachkräftemangel für technische Berufe. Für eine ausreichende Übergangszeit spricht laut Axema auch, dass Winzer und Obstbauern Zeit benötigen, um ihre pflanzenbaulichen Praktiken und ihr Wirtschaftsmodell anzupassen.

In der Studie wird hervorgehoben, dass Endbenutzer in neuen Unkrautbekämpfungstechniken und -geräten geschult und bei der Auswahl der Geräte beraten werden müssten. Zudem gebe es Fragezeichen bezüglich der finanziellen Leistungsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe, die für Alternativgeräte als Glyphosatersatz zwischen 2’000 Euro und 10’000 Euro (2150 bis 10’730 Fr.) investieren müssten.

Als Ergebnis der Studie schlägt Axema dem Staat vor, die Ausrüstungsindustrie bei der Erhöhung von Produktionskapazitäten sowie der Gewinnung von Arbeitskräften zu unterstützen. Zudem sollte es ein Effizienzetikett für die technische Leistung der alternativen Unkrautbekämfungstechnik sowie eine obligatorische Benutzerschulung geben.

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