Mittwoch, 30. November 2022
23.02.2020 08:27
Krankheit

Jordan-Virus nähert sich Schweiz

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Das Tomatenvirus, das sich von einer kontaminierten Pflanze schnell auf andere überträgt, nähert sich der Schweiz. Es wurde kürzlich in der Bretagne entdeckt. Die Schweiz blieb bislang verschont. Die Behörden haben aber bereits Präventionsmassnahmen ergriffen.

Die Pflanzenkrankheit namens ToBRFV für «Tomato brown rugose fruit virus» – auch Jordan-Virus genannt – befällt Tomaten und Paprikapflanzen. Es tauchte im Jahr 2014 in Israel auf und hat sich seither in allen Zonen ausgebreitet, wo Tomaten produziert werden: In Italien, Deutschland und England. Am 17. Februar wurde das Tomatenvirus in Finistère in der Bretagne entdeckt.

Dies ist einem Bericht des Agrarforschungszentrums Agroscope zu entnehmen, über den die Samstagsausgaben von «24 Heures» und «Tribune de Genève» berichtet haben. Demnach verbreitet sich das Virus sehr schnell. Es dringt in kleinste Wunden einer Pflanze ein und wird von der Wirtspflanze in sehr grossen Mengen reproduziert.

In einem Gewächshaus kann es über Hände, Kleider, Werkzeuge, Bewässerungssysteme, kontamininertes Saatgut oder durch die Vegetative Vermehrung von Pflanzen rasch auf das ganze Gewächshaus ausbreiten. Hummel können zudem für eine Übertragung auf andere Gewächshäuser sorgen.

Schnelle Ausbreitung

Gemäss Agroscop lässt sich das Virus wegen der schnellen Ausbreitung schlecht bekämpfen. Um eine Ausbreitung zu verhindern, seien daher strenge Quarantänemassnahmen notwendig. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist in Kontakt mit den europäischen Partnern.

Weil das Virus aggressiver sei als zwei bisher bekannte Viren, sei es wichtig, dass möglichst schnelle und effiziente Massnahmen ergriffen würden, sagte Louis Sutter, der beim BLW zuständig ist, gegenüber den Zeitungen.

Seit Anfang Jahr unterliegt das Virus in der Schweiz einer Melde- und Bekämpfungspflicht. Ein Befallsverdacht muss dem kantonalen Pflanzenschutzdienst oder der kantonalen Fachstelle für Gemüsebau gemeldet werden.

Das Virus löst bei verschiedenen Sorten unterschiedliche Symptome aus. Befallene Pflanzen zeigen meistens eine mosaikartige Verfärbung an den Blättern und gelbe Flecken an den Früchten. Auch eine Verschmälerung der Blätter oder deformierte oder unregelmässig gereifte Früchte sind möglich. In den meisten Fällen konnten die Tomaten nicht mehr verkauft werden.

Das Virus stellt keine Gefahr für Menschen dar. 

Mehr zum Thema
Pflanzenschutz

Im Jahr 2021 musste die Schweizer Landwirtschaft vermehrt Pflanzenschutzmittel einsetzen, weil die Witterungsbedingungen schlecht waren. Strickhof In der Schweiz sind im vergangenen Jahr 2259 Tonnen Pflanzenschutzmittel verkauft worden. Das sind 331…

Pflanzenschutz

Ab 2026 dürfen Pflanzenschutzmittel von beruflichen Anwenderinnen und Anwendern nur gekauft werden, wenn sie eine gültige Fachbewilligung haben.Grangeneuve Der Bundesrat hat am 16. November 2022 Verordnungsänderungen in den Bereichen Pflanzenschutzmittel…

Pflanzenschutz

Wirkung von Glyphosat-Behandlungen gegen Altunkräuter in einer abgefrorenen Winterzwischenfruchtlfl Der umstrittene Herbizid Glyphosat darf in der EU ein Jahr länger genutzt werden als bislang vorgesehen. Die EU-Kommission werde entscheiden, die…

Pflanzenschutz

Glyphosat wird ausschliesslich über die grünen Pflanzenteile aufgenommen, mit dem Saftstrom in der Pflanze verteilt und wirkt auf die Chloroplastenbildung in den Pflanzenzellen. Der Wirkstoff dringt innerhalb von einer Stunde…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE