1.09.2014 09:29
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Kartoffeln
Kartoffeln: Neue Fäulniserreger nachgewiesen - Ertragsausfälle drohen
Bakterien, die bei Kartoffeln Fäulnis verursachen, haben hohe Ernteausfälle und Qualitätsverluste zur Folge. Ein Forschungsteam der Berner Fachhochschule hat nun in der Schweiz zwei neue Bakterienarten nachgewiesen, die Schwarzbeinigkeit und Nassfäule hervorrufen.

In den Niederlanden zum Beispiel wird der jährliche Verlust durch diese Krankheiten auf rund 30 Millionen Euro beziffert, in der Schweiz sind es rund 2,5 Millionen Franken, wie die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL am Montag in einer Mitteilung schrieb.

Nur in Niederlande bisher entdeckt

Kommt hinzu, dass die Schwarzbeinigkeit - bei der sich der Stängel schwarz färbt und abstirbt - in den letzten fünf Jahren der häufigste Grund dafür war, dass Pflanzgut bei der Zertifizierung in der Schweiz zurückgewiesen wurde. Bislang waren in Europa drei Bakterienarten, eine für Schwarzbeinigkeit und zwei für Nassfäule, bei der die Knollen faulen, klassifiziert.

Dank moderner Analyseverfahren konnten HAFL-Forschende jetzt zwei neue Erreger derselben Krankheiten in der Schweiz isolieren. Während eines vermutlich seit längerem in der Schweiz vorkommt, aber mit einer anderen Art verwechselt wurde, war die Präsenz des zweiten, 2004 in Brasilien entdeckten Bakteriums in Europa bislang offiziell erst in den Niederlanden bestätigt.

Noch keine Bekämpfungsmassnahmen

«Da es noch keine zuverlässigen und wirksamen Bekämpfungsmassnahmen gegen diese Bakterienkrankheiten gibt, sind vorbeugende Massnahmen umso wichtiger», erläutert Andreas Keiser, Projektleiter an der HAFL. Befallenes Pflanzgut müsse aussortiert werden, bevor es überhaupt aufs Feld kommt.

Für die Bauern ändere sich dabei kaum etwas, erklärte Keiser. Bei der Zertifizierung könne das Pflanzgut aber künftig auch auf diese Erreger untersucht und befallene Pflanzen entfernt werden. Das Projekt führte die HAFL zusammen mit der schweizerischen Kartoffelbranche, der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil sowie der BIOREBA AG durch.

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