17.02.2020 07:01
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sda
Pflanzenschutz
Kein höherer Glyphosat-Grenzwert
Bundesrätin Simonetta Sommaruga revidiert laut dem «SonntagsBlick» den Plan ihrer Amtsvorgängerin Doris Leuthard zur Erhöhung des Glyphosat-Grenzwertes im Trinkwasser.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) versuchte bereits Ende 2017, die Grenzwerte für 25 Wirkstoffe zu erhöhen. Statt 0,1 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser sollten 360 Mikrogramm erlaubt sein. Dies wurde in einem Bericht zur Teilrevision der Gewässerschutz-Verordnung publik gemacht. Nach massivem Widerstand aus Umweltschutzkreisen hat das Bafu die Zahlen nach unten angepasst.

Bauernverband gegen Erhöhung

Mit der Revision der Gewässerschutzverordnung wollte der Bund für jeden Wirkstoff individuelle Grenzwerte festlegen. Für Glyphosat hätte neu eine Obergrenze von 10 Mikrogramm gelten sollen. Das ist hundert Mal mehr als heute. Doch auch dieser Vorschlag wurde heftig kritisiert. «Das ist inakzeptabel», sagte Nationalrätin Tiana Angelina Moser (GLP/ZH) im September 2018 zur Rundschau auf dem TV-Sender SRF. «Die Gesamtbelastung an Pestiziden ist bereits heute viel zu hoch», sagte sie weiter.

Auch der Schweizer Bauernverband konnte mit dem Vorschlag des Uvek nichts anfangen. «Das ist etwas, das wir gar nicht wollen», sagte der Präsident Markus Ritter zur Rundschau. Saubere Gewässer seien eine grosse Errungenschaft in der Schweiz. «Dazu müssen alle ihren Beitrag leisten, auch wir Bauern», fuhr Ritter fort

Ohne Zustimmung des Bundesrats


Nun verfolge Bundesrätin Simonetta Sommaruga, den Grenzwert für Glyphosat bei 0,1 Mikrogramm pro Liter zu belassen, berichtet der «SonntagsBlick». Da es sich bei der Änderung um eine Departementsverordnung handelt, kann Sommaruga den Entscheid ohne Zustimmung des Bundesrats fällen.

Bei Flüssen und Seen, aus denen Trinkwasser gewonnen wird, will das Uvek für Pflanzenschutzmittel am generellen Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter festhalten, schreibt die Zeitung. Das Uvek bestätigte gegenüber dem «SonntagsBlick», dass es insbesondere bei diesem Herbizid keine Erhöhung geben werde. Zu Details der Verordnung wolle sich die Medienstelle des Uvek allerdings nicht äussern, hiess es. Für mehr als zehn andere Stoffe werden die Grenzwerte beim Trinkwasser verschärft.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE