29.05.2016 11:55
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Pflanzenschutz
Lehmann will Lenkungsabgabe
Bernard Lehmann, Direktor des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW), will dein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit einer Lenkungsabgabe verringern.

Über 2000 Tonnen Pflanzenschutzmittel würden pro Jahr in der Schweiz eingesetzt, mehr als dem Bundesrat lieb sei. Das schreibt die «NZZ am Sonntag». Nun habe Amtsdirektor Bernard Lehmann erstmals angekündigt, worauf er im neuen Aktionsplan für einen geringeren Pestizid-Einsatz setze: auf Lenkungsabgaben. «Gleichzeitig sollen Lenkungsabgaben die Attraktivität von Pestiziden schmälern», schreibt Lehmann in der jüngsten Ausgabe der «Volkswirtschaft». Die Idee dahinter: Wer viel Pestizid einsetzt, zahlt darauf hohe Abgaben. Das Geld soll dann über andere Kanäle wieder an die Bauern zurückfliessen.

Daneben ist Lehmann der Meinung, dass die Schweiz über schärfere Standards im Bereich der Pflanzenschutzmittel diskutieren muss. Generell sei auf «Gebote oder Abreize» zu setzen, schreibt er. So solle der Gesetzgeber die Auswahl an Pflanzenschutzmitteln überprüfen und, wo nötig, einschränken. Erst wenn die Landwirtschaft mehr leiste, als die Minimalstandards vorgeben, könne man auch mit Anreizen operieren. Dabei kann sich Lehmann vorstellen, dass es mehr Subventionen gibt für Produktionssysteme, die nur wenig Pflanzenschutzmittel benötigen.

Lehmanns Aussagen seien insofern überraschend, als eine Lenkungsabgabe auf Pestizide von vielen beteiligten Akteuren abgelehnt wird. Die Chemieindustrie etwa hält nichts von diesem Instrument, auch die Bauern stehen ihm skeptisch gegenüber. Und selbst die Umweltverbände sind von dieser Forderung abgekommen. Sie verlangen im Einklang mit dem Verein «Vision Landwirtschaft» stattdessen, dass für Zulassung und Kontrolle kostendeckende Gebühren verlangt werden. Zudem wollen sie die Pflanzenschutzmittel dem normalen Mehrwertsteuersatz unterstellen. Das eingenommene Geld soll dann dazu dienen, nach neuen Methoden zu forschen.

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