8.07.2014 09:43
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Mais
Maiszünsler: Multikopter helfen bei Bekämpfung
In der biologischen Bekämpfung des Maiszünslers kommen dieses Jahr erstmals grossflächig sogenannte Multikopter zum Einsatz. Mit diesen ferngesteuerten Fluggeräten werden die in Kugeln verpackten Eier der Trichogramma- Schlupfwespe, eines Eiparasiten des Maiszünslers, aus der Luft verteilt.

Wie das Deutsche Maiskomitee (DMK) mitteilte, eröffnet der Einsatz des Multikopters den Betrieben in der Bekämpfung des Maiszünslers logistisch und wirtschaftlich ganz neue Möglichkeiten. Der GPS-gesteuerte Kopter fliege die Maisflächen exakt ab und bringe dabei die Trichogramma-Kugeln gleichmässig im Bestand aus. Pro Hektar benötige das Flugobjekt drei bis fünf Minuten.

Interessante Alternative

Bislang würden die Eier der Schlupfwespen entweder per Hand oder mit umgebauten Stelzenschleppern ausgebracht, so das DMK. Beides sei deutlich arbeitsintensiver. Ausserdem stosse der Stelzenschlepper in hängigem Gelände an seine Grenzen und berge zudem die Gefahr von niedergefahrenen Maispflanzen. Der Multikopter stelle eine interessante Alternative dar.

Er komme 2014 in Südwestdeutschland auf rund 500 ha zum Einsatz. Das Gerät wiege lediglich 3 kg und finde im Kofferraum eines Pkw Platz. Die Ausbringungskosten der Trichogramma-Kugeln mit dem Multikopter lägen bei rund 15 Euro (18,30 Fr.) pro Hektar für die einmalige und 28 Euro/ha (34,20 Fr./ha) für die zweimalige Behandlung.

Bekämpfung nimmt zu

Das DMK wies unter Berufung auf Sprichs Einschätzung darauf hin, dass in Deutschland der Maiszünsler „mit steigender Tendenz“ auf 40'000 bis 45'000 ha bekämpft werde. Die Eiparasiten der Gattung Trichogramma kämen dabei auf 25'000 ha zum Einsatz. Das Verfahren sei sehr umweltverträglich und ungefährlich. Einige Länder wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz förderten diesen Einsatz daher im Rahmen ihrer Agrarumweltprogramme. Darüber hinaus sichere der Einsatz von Trichogrammen die Qualität des Erntegutes, da die Larven des Maiszünslers sich in den Maisstängel bohrten.

Das beeinträchtige nicht nur die Standfestigkeit des Maises. Die Frassgänge stellten gleichzeitig auch Eintrittspforten für Fusarienpilze dar. Das wiederum lasse den Mykotoxinbefall im Erntegut steigen. Eine Ausweitung der Förderprogramme auf Befallsgebiete auch in anderen Regionen Deutschlands könnte dieses umweltverträgliche Verfahren deutlich voranbringen, so Sprich.

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