1.05.2019 10:56
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Forschung
Neonikotinoid schädigt Biene nicht
Das Insektizid Clothianidin wirkt je nach Bienenart unterschiedlich: Für Honigbienen hat es keine nachweisbaren negativen Folgen, bei Hummeln stört es hingegen das Wachstum und bedroht das Überleben ganzer Völker.

Das haben Forscher der Universität Halle-Wittenberg und der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in einem Freilandversuch nachgewiesen. 

Wie die Hochschule in Halle vergangene Woche weiter berichtete, wurden dazu 2013 in Südschweden insgesamt 96 Honigbienenvölker an Rapsfeldern angesiedelt, bei denen die Samen zuvor teilweise mit dem Neonikotinoid behandelt worden waren. Nach einem Jahr sei der Versuch mit einigen der Völker aus dem Vorjahr wiederholt worden. Parallel dazu habe eine Studie mit Hummeln stattgefunden.

Die Forscher fanden in beiden Fällen nach eigenen Angaben keine Belege dafür, dass die Krankheitsanfälligkeit durch die Pflanzenschutzmittel gestiegen ist. Vielmehr hätten sie bei den Völkern, die neben dem behandelten Raps platziert worden seien, weniger Krankheitserreger ausgemacht. Auch sei die Grösse der Honigbienenvölker konstant geblieben. Nach Einschätzung der Erstautorin der Studie, Julia Ostermann, konnten diese die negativen Auswirkungen auf individuelle Bienen aufgrund der Völkergrösse deutlich besser kompensieren als Wildbienen oder Hummeln.

Dort seien nämlich negative Folgen festgestellt worden. Die in der Nähe von mit Clothianidin behandelten Feldern lebenden Bestäuber hätten nicht nur deutlich kleinere Nachkommen, sondern auch wesentlich weniger Königinnen und männliche Drohnen hervorgebracht. Da bei Hummeln nur die neugeborenen Königinnen überwinterten, sei der negative Einfluss auf deren Anzahl besonders besorgniserregend.

Die meisten der vorherigen Studien zur Beeinträchtigung von Bienen durch Neonikotinoide fanden laut Ostermann im Labor statt. Die neue Untersuchung lege aber nahe, dass die Übertragung der Ergebnisse auf reelle Bedingungen im Feld schwierig sein könnte. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ erschienen.

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