18.09.2020 07:30
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Zuckerrüben
Österreich will Zuckerproduktion retten
Auch in Österreich kämpfen die Zucker- und Rübenproduzenten mit Problemen. Weil eine von zwei Fabriken geschlossen werde soll, ist die Produktion in Gefahr. Eine Wiederanbauprämie soll helfen.

Agrarministerin Elisabeth Köstinger hat gemäss aiz.info alle Beteiligten zu Gesprächen eingeladen, um Lösungen zur Sicherung der österreichischen Zuckerproduktion zu diskutieren. Bei einem neuerlichen Gespräch heute sind nun im «Pakt zur Rettung des heimischen Zuckers» Vereinbarungen und Massnahmen getroffen worden.

250 Euro pro ha

An erster Stelle in diesem Pakt steht eine Unterstützung für die Rübenbauern: Der erhöhte Aufwand für die Gesunderhaltung der Rübenflächen nach dem Wiederanbau soll mit einem Betrag von 250 Euro pro Hektar nachgebauter Fläche bezuschusst werden. Die Kosten dafür teilen sich der Bund und die betroffenen Bundesländer.

Eine Notfallzulassung von Neonicotinoid-haltigen Pflanzenschutzmitteln für die Saatgut-Beizung soll weiterhin möglich sein, und zwar auf Basis einer wissenschaftlichen Prüfung durch das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) und des begleitenden Bienen-Monitorings. Weiters vorgesehen ist die Fortführung und Intensivierung der Forschungsaktivitäten in diesem Bereich mit einer Gesamtdotation von 1 Mio. Euro, damit Ergebnisse rasch für die Praxis zur Verfügung stehen. 

Bekenntnis zur Absicherung der heimischen Rübenproduktion 

Die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Burgenland und Wien bekennen sich im Rahmen ihres Zuständigkeitsbereiches zur Absicherung der Rübenproduktion. Sie beteiligen sich darüber hinaus finanziell an der Umsetzung des Massnahmenpakets, insbesondere an der vorgesehenen De-minimis-Regelung. 

Die österreichischen Rübenbauern und die Landwirtschaftskammern erstellen ein Argumentarium "pro Rübenanbau" und starten eine Informationskampagne über alle zur Verfügung stehenden Kanäle und unter Einbeziehung relevanter Partner. Ziel ist es, ein positives Signal an die Rübenbauern zu senden, um diese verstärkt für den Zuckerrübenanbau zu gewinnen. In diesem Zusammenhang soll auch die Beratung und Betreuung in allen fachlichen sowie administrativen Belangen verstärkt werden.

Agrana bekennt zu Abnahmeverträge 

Die Agrana, die die zwei Zuckerfabriken in Österreich betreibt, bekennt sich zur Weiterführung der Abnahmeverträge mit den Rübenbäuerinnen und Rübenbauern und unterstützt diese bei der Bereitstellung von geeignetem Saatgut. Sie übernimmt auch die Kosten für das Saatgut beim Wiederanbau. Die Agrana garantiert der österreichischen Bevölkerung die Produktion und Versorgung mit heimischem Zucker. 

"Nur wenn wir an einem Strang ziehen, können wir die Produktion im Land sichern und Österreich zu 100% mit Zucker aus heimischen Rüben versorgen. Dieser Pakt ist die Basis dafür", erklärte Köstinger nach dem Gipfelgespräch. 

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