15.08.2016 12:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Pestizidbelastung der Bauern am Haar ablesen
Eine Masterstudentin der ETH Lausanne hat anhand von Haarproben getestet, wie stark Bauern in Burkina Faso mit Pestiziden belastet sind. Dabei hat sie die Methode verfeinert, so dass sich damit nun mehrere Pflanzenschutzmittel nachweisen lassen.

Die Bauern in Burkina Faso gehen nicht zimperlich mit Pflanzenschutzmitteln um, wie EPFL-Studentin Christelle Oltramare in einer Mitteilung der Hochschule schildert. «Viele der Bauern können nicht lesen und differenzieren nicht - ein Pestizid ist ein Pestizid, egal ob für Baumwolle oder für Gemüse.» Zudem verwendeten sie teils viel zu grosse Mengen.

Um herauszufinden, wie stark die Bevölkerung dadurch mit Pestiziden belastet ist, sammelte Oltramare für ihre Masterarbeit zwei Monate lang Haarproben von Freiwilligen. Darunter sowohl Bauern als auch andere Dorfbewohner, die nicht durch ihre Arbeit mit den Pestiziden in Kontakt waren.

Zwar können bereits Drogen in Haaren nachgewiesen werden, für Pestizide gebe es jedoch bisher keine allgemein akzeptierte Methode, schrieb die EPFL. Daher wandelte Oltramare eine bestehende Methode ab, mit der normalerweise Pestizide aus Obst und Gemüse isoliert werden.

Die Analyse von 73 Haarproben ergab, dass die Bevölkerung einer Reihe von Pestiziden ausgesetzt ist. Und das nicht nur durch ihre Arbeit. Zwar waren die Bauern am meisten belastet, jedoch nahmen offenbar auch andere Dorfbewohner die Pflanzenschutzmittel über Lebensmittel und Wasser auf.

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