24.08.2013 06:53
Quelle: schweizerbauer.ch - Martin Brunner
Stähler-Tag 2013
Pflanzenschutz-Strategien konsequent umsetzen
Zuckerrüben, Obst und Hopfen waren an der Stähler-Fachtagung die Themen. Vor allem bei den Zuckerrüben müssen die Bauern Entscheide zu ihrer Strategie fällen und diese konsequent umsetzen.

Wenn eine Lawine einmal in Bewegung ist, so gibt es kein Halten mehr.» So markant beschrieb Andreas Bertschi von der Fachstelle Zuckerrüben einen Befall der Zuckerrüben mit Cercospora-Blattflecken.

An der Strähler-Fachtagung auf dem Hopfen-Tropfen-Hof von Brigitte und Markus Reutimann in Unterstammheim ZH betonte er die Bedeutung eines rechtzeitigen Eingreifens mit Pflanzenschutzmitteln. Dafür allerdings müssten die Bauern ihre Felder mindestens einmal pro Woche kontrollieren. «So kann der Ausbruch einer Lawine verhindert werden.»

Schwieriger Entscheid

Allerdings wies er auf zwei schwierige Entscheide hin. Als Erstes müsse der Bauer wissen, ob er viel Leistung und viel Risiko wolle oder weniger Leistung und weniger Risiko. Daraus ergebe sich die Sortenwahl, denn anfällige Sorten wie Debora und Pasteur seien zwar risikobehafteter, würden aber auch mehr Ertrag ergeben. Bei den toleranten Sorten Eleina und Robinson zweige die Pflanze immer etwas Leistung für die Toleranz ab.

Egal, wie sich ein Bauer entschiede, wichtig sei, dass er sorgfältig und konsequent handle, sagte Bertschi. Warum in diesem Jahr praktisch keine Blattflecken aufgetaucht sind, konnte er nur vermuten: «Logisch erscheint mir einzig, dass keine Sporen vorhanden waren.» Zur Ernte 2013 meinte er, dass der Zuckergehalt bisher nicht zugenommen habe, der Ertrag relativ schlecht sei und weniger Zucker zu erwarten sei.

Auch Alfons Beerli vom Stähler-Team legte viel Gewicht auf ein frühzeitiges und konsequentes Spritzen. Zudem müsse dies lückenlos erfolgen. Sein Kollege Benjamin Kramer erklärte, dass für eine Infektion mit Cercospora-Pilzsporen 17°C am Tag und Feuchtigkeit vorhanden sein müssten.

Homogene Bäume

In einer Obstanlage auf dem Betrieb von Daniel Egger erklärte Thomas Richter vom Stähler-Team, dass die Ziele im Obstbau ein hoher Anteil an 1.-Klass-Äpfeln, eine grosse Menge und eine gute Ernteleistung sein müssten. Sein Kollege Thomas Steiner wies darauf hin, wie stark Regalis bei der Erreichung dieser Ziele helfen kann.

Unter anderem ungewünschte Triebe und damit viel Handarbeit sind die Folgen ohne Regalis. In der Versuchsanlage war klar zu erkennen, dass die verschiedenen Regalis-Anwendungen ihre Wirkung nicht verfehlten. Steiner war zufrieden mit den ruhigen und homogenen Bäumen. «In Regalis Plus liegt die Zukunft.»

Eigene Vermarktung

Ein Nischenprodukt ist der Hopfen, der dem Hopfen-Tropfen-Hof den Namen gab. Emil Keller, der Vorbesitzer der Kulturen, wies auf die grosse Arbeit hin, die der Hopfen von der Erstellung der Anlage über die Pflanzung der Stöcke bis zur Trocknung der Früchte verursacht.

Da wegen der Konkurrenz aus dem Ausland mit dem Hopfen nicht viel zu erreichen ist, vermarkten Brigitte und Markus Ruetimann einen Teil davon ganz anders. Sie liefern ihn in die Floristik, haben viele Produkte entwickelt, bieten einen Lehrpfad an und brauchen ihn für ihr eigenes Bier, das sie in ihrer Braustube zusammen mit Gästen in Kleinstmengen brauen.

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