26.03.2019 12:47
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Pflanzenschutzmittel bald verschreibungspflichtig?
Künftige Entwicklungen im Pflanzenschutz könnten eine Verschreibungspflicht für den Mitteleinsatz notwendig machen. Zu diesem Schluss kommt eine Folgenabschätzung zur Trennung von Beratung und Verkauf im Pflanzenschutz, die der Generalrat für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (CGEDD) und der Generalrat für Ernährung, Landwirtschaft und ländliche Räume (CGAAER) erstellt haben.

Nach Ansicht der Gremien könnte die Entwicklung von immer effektiveren Wirkstoffen und sehr präzisen Applikationsmethoden bewirken, dass der Pflanzenschutz künftig sehr teilflächenspezifisch erfolgen und entsprechend fein justiert werden müsse. In Kombination mit einem von der Praxis immer weiter entfernten Vertrieb wäre es dann notwendig, dass die Landwirte auf eine hochspezialisierte und ausgereifte Beratung zurückgreifen könnten und eine Verschreibungspflicht eingeführt werde. CGEDD und CGAAER halten in diesem Fall die Einführung von entsprechend qualifizierten und spezialisierten Beratern, den sogenannten „Phytiatern“, für unerlässlich.

Neben einem Netzwerk von unabhängigen Experten sei es zudem notwendig, strenge und transparente ethische Richtlinien zu erarbeiten, die das Vertrauen der Bürger gewährleisteten. Ein erster Schritt in diese Richtung könnte die Erstellung eines entsprechenden Anforderungsprofils und die Spezifikation der künftigen Tätigkeiten der „Phytiater“ sein. Die Beratungsgremien von Umwelt- und Agrarressort machen sich indes keine Illusionen darüber, wie ein derartiger Vorstoss derzeit in der Landwirtschaft aufgenommen werden würde. Die Überlegung, den Vertrieb von Pflanzenschutzmitteln von einem „Rezept“ abhängig zu machen, sei ein „Schreckgespenst“ für die Branche.

Die Landwirte seien der Auffassung, dass das Ausbildungsniveau der Betriebsleiter ausreiche, um diesbezügliche Entscheidungen zu treffen - auch wenn das nicht in allen Fällen zutreffe. Trotzdem empfehlen CGEDD und CGAAER, diese Überlegung weiterzuverfolgen, um langfristig - etwa in zehn Jahren - eine Beratung als verpflichtende Voraussetzung für den Kauf von Pflanzenschutzmitteln durch einen Landwirt einzuführen. 

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