5.07.2016 17:28
Quelle: schweizerbauer.ch - lid/sum
Ackerbau
Reaktionen auf Aktionsplan Pflanzenschutzmittel
Die Bauern sollen weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen. Der Bund hat am Dienstag einen Aktionsplan in die Anhörung geschickt, der die Risiken von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent reduzieren soll. Verschiedene Verbände und Organisationen haben sich zum Aktionsplan geäussert.

Der Entwurf des Aktionsplans sieht vor, den Einsatz von Pestiziden zu mindern und die Nebenwirkungen ausserhalb der behandelten Parzellen zu begrenzen. Damit sollen die Risiken von Pflanzenschutzmitteln um 50 Prozent reduziert werden.

Der Schweizer Bauernverband (SBV) unterstützt den Aktionsplan des Bundes. Der Plan biete die Gelegenheit, die Diskussion wieder zu versachlichen. Eine Reduktion der Risiken sei wichtig und richtig, so der SBV. Ziel müsse es sein, negative Umwelt-Einflüsse zu minimieren. Als zentral erachtet der SBV unter anderem, dass der Schutz von Kulturen als Ziel anerkannt wird, die Massnahmen wissenschaftlich fundiert sind und Landwirtschaft, Handel und Verarbeiter in Ausarbeitung und Umsetzung einbezogen werden. Der Bauernverband will den Aktionsplan in den nächsten Wochen vertieft prüfen und Stellung beziehen.

Die Agrarallianz begrüssen den Aktionsplan ebenfalls. Bei Pestiziden Fortschritte zu machen, müsse Teil der Leistungen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft sein, heisst es in einer Mitteilung. Dabei müssten die bestehenden Reglemente von Bio Suisse und IP-Suisse eine Schlüsselrolle einnehmen.

Für Bio Suisse ist der Aktionsplan ein überfälliger Schritt. Der Verband bezweifelt aber, dass sich die Probleme längerfristig mit kleinen Schritten lösen lassen und bezeichnet den Plan als mutlos. Bio Suisse fordert deshalb eine Strategie zum Paradigmen-Wechsel und einen mittelfristigen Ausstieg aus der "Chemie-Landwirtschaft". Verlangt wird eine stärkere Förderung von pestizidarmen und –freien Produktionsarten und mehr Input für die Bio-Forschung, -Beratung und –Züchtung.

Die Pflanzenschutzindustrie Scienceindustries will den Aktionsplan kritisch analysieren und ihr Knowhow in die Vernehmlassung einbringen. «Grundsätzlich unterstützen wir den risikobasierten Ansatz sowie die Ziele und Massnahmen, welche auf wissenschaftliche Kriterien basieren. Eine umfassende Abwägung von Nutzen und Kosten der einzelnen Massnahmen sowie die Beurteilung deren Auswirkung auf die landwirtschaftliche Inlandsproduktivität sind dabei zentral», sagt Michael Matthes, Vorsitzender der Gruppe Agrar von Scienceindustries. Die lokale landwirtschaftliche Produktion sei wichtig. Es brauche taugliche Massnahmen, damit die verwendeten Pflanzenschutzmittel dabei adäquat eingesetzt werden könnten. Die Gruppe Agrar vereinigt Spezialisten im Bereich Pflanzenschutz der Mitgliedunternehmen von Scienceindustries, dem Wirtschaftsverband Chemie Pharma Biotech.

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