8.10.2016 06:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Pflanzenschutz
SBB versprühen jährlich 5500 l Glyphosat
Nicht nur die Landwirtschaft setzt Glyphosat ein. Der öffentliche Verkehr gehört zu den Grossverbrauchern.Damit die Bahnschienen sauber bleiben, wird viel Glyphosat eingesetzt.

Die Landwirtschaft wird wegen Mikroverunreinigungen an den Pranger gestellt. Denn Pflanzenschutzmittel sind eine der Quellen für diese Wirkstoffe, die namentlich auf Wasserlebewesen ähnlich wie Hormone wirken können. Aber die Bauern sind nicht die Einzigen, die Unkraut mit Chemie bekämpfen. Ein Grossverursacher ist auch der öffentliche Verkehr. In den weiträumigen Gleisanlagen der Eisenbahn wächst auch überall Unkraut. Die SBB als mit Abstand grösste Eisenbahngesellschaft der Schweiz haben ein Streckennetz von über 3000 Kilometern. Die SBB-Infrastruktur verfügt damit gemäss Angaben des Unternehmens über eine Fläche von knapp 8000 Hektaren.

Auf 3000 km Schienen

Das Unternehmen setzt für die Unkrautbekämpfung das bekannte Herbizid Glyphosat ein. «Für die mehr als 3000 Kilometer Streckenlänge werden pro Jahr rund 2 Tonnen Wirkstoff (also rund 5500 Liter ausgebrachte Menge) benötigt. Das entspricht in etwa 1 Prozent der schweizweit verkauften Menge», sagt SBB-Sprecher Reto Schärli auf Nachfrage.

Effektiv sind es eher gegen 2Prozent, wie eine Nachfrage beim Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zeigt. Demnach wurden im Jahr 2014 insgesamt 267 Tonnen Glyphosat in der Schweiz verkauft. Genauere Angaben darüber, wie viel von dieser Menge in der Landwirtschaft, wie viel privat und wie viel für die Vegetationskontrolle auf Gleisanlagen eingesetzt wurde, kann das BLW in Ermangelung genauerer Statistiken nicht machen, wie Sprecherin Anne Rizzoli betont.

Grossverbraucher SBB

Tatsache ist so oder so: Die SBB sind einer der grössten, wenn nicht sogar der grösste  einzelne  Verbraucher von Glyphosat. «Damit die Funktionen des Gleisbetts nicht beeinträchtigt werden – Wasser muss ungehindert abfliessen können –, muss Unkraut auf den Bahnstrecken bekämpft werden», betont Schärli. Glyphosat werde aber nur «ganz gezielt eingesetzt und nur, wo nötig». «Dies geschieht zu Fuss und mit dafür optimal geeigneten Geräten. Zudem werden die Spritzdüsen nah am Boden entlanggeführt, um möglichst wenig Glyphosat zu verbrauchen», betont er.

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